Zwölf Mittelständler zu einem gemeinsamen KI-Business-Case führen
Die Aufgabe
Zwölf Unternehmen am selben Ort mit denselben KI-Fragen — und jedes drauf und dran, sie allein und zwölfmal zu beantworten.
KI-generiert wurde der Business Case — ein Jahr nach der Analyse als gemeinsames Entwicklungsprojekt von sechs Unternehmen
Unternehmen aus fünf Branchen haben in zwei Workshops an gemeinsamen Anwendungsfällen gearbeitet
Anwendungsfälle aus der offenen Sammlung geclustert und zu bewerteten Business Cases entwickelt
Kurz zum Kunden
Ein eingetragener Verein, in dem sich mittelständische Industrieunternehmen einer Region haben: Maschinen- und Anlagenbauer, Metallverarbeiter, , ein Fahrzeugfedernwerk, ein Druckformenbetrieb, Möbelhersteller. Die meisten sind Familienunternehmen in vierter oder fünfter Generation, mehrere sind in ihrem Segment Weltmarktführer. Sie stehen nicht im Wettbewerb zueinander, sondern nebeneinander: gleicher Arbeitsmarkt, gleiche Zulieferer, gleiche Fragen an die IT. Genau das macht die gemeinsame Entwicklung überhaupt erst möglich.
Unsere Lösung
Zwölf Unternehmen bringen zwölf Probleme mit. Der Wert entsteht nicht beim Sammeln, sondern beim Zusammenlegen.
Die Aufgabe
Zwölf mittelständische Industrieunternehmen, verbunden in einem Netzwerkverein, haben dasselbe Thema erkannt und stehen vor derselben Schwelle. Jedes wusste, dass KI relevant wird, keines wusste, wo es bei sich selbst anfangen soll. Die Unternehmen unterscheiden sich in Größe und IT-Reife erheblich — vom Familienbetrieb mit gut hundert Beschäftigten bis zum Hersteller mit mehreren hundert und weltweitem Vertrieb —, und entsprechend unterschiedlich fallen die Anforderungen an die Technik aus. Der gemeinsame Verdacht ist, dass sich manches lohnen würde, wenn man es zusammen macht, und niemand kann sagen, was genau. Der Auftrag lautete deshalb nicht, eine Strategie für ein Unternehmen zu schreiben, sondern aus zwölf sehr verschiedenen betrieblichen Problemlagen diejenigen KI-Anwendungsfälle herauszuarbeiten, die sich verallgemeinern lassen — und sie so weit zu bewerten, dass eine Geschäftsführung darüber entscheiden kann.
Unser Ansatz
Erst ein gemeinsames Verständnis, dann Ideen. Der erste Workshop war bewusst kein Ideenworkshop. Vor der Frage, was KI im eigenen Betrieb tun könnte, steht die Frage, was KI überhaupt tut und was nicht — und die beantwortet sich nicht durch Zurufe, sondern durch eine fachliche Einführung, Berichte aus umgesetzten Projekten und die unbequeme Einordnung, welche Infrastruktur ein Anwendungsfall voraussetzt. Wer diesen Schritt überspringt, sammelt in der nächsten Stunde Wünsche ein, die entweder trivial oder unmöglich sind, und merkt es erst Monate später.
Ein Anwendungsfall wird auf einer Leinwand entwickelt, nicht in einer Liste. Im zweiten Workshop arbeiteten die Unternehmen zuerst mit unserer Use-Case-Canvas und danach mit der Business-Case-Canvas — zwei Vorlagen, die dieselbe Idee zweimal zwingen, sich zu erklären: einmal fachlich, wer damit was tut und woran man den Erfolg erkennt, und einmal wirtschaftlich, was es kostet, was es bringt und wer es verantwortet. Eine Idee, die den zweiten Durchgang nicht übersteht, hätte sonst ein halbes Jahr Projektzeit gebraucht, um dasselbe zu zeigen.
Das Clustern ist die eigentliche Leistung, nicht das Sammeln. Aus den Einzelideen entstanden vier Cluster, und dieser Schritt entscheidet über alles Weitere. Der Sprachassistent für wiederkehrende Meldungen bei dem einen und die Anfragestrecke im Kundenservice bei dem anderen sind derselbe Fall, sobald man eine Ebene höher schaut. Das sieht niemand, der nur sein eigenes Unternehmen kennt — und es zu sehen ist der Grund, warum eine solche Reihe gemeinsam und nicht zwölfmal einzeln durchgeführt wird.
Cross-Industry Innovation heißt, den Umweg über eine fremde Branche zu nehmen. Die Unternehmen dieses Netzwerks kommen aus dem Maschinenbau, der Metallverarbeitung, der , dem Druck und der Möbelfertigung. Ein Verfahren, das in der einen Branche seit Jahren ist, ist in der anderen noch nie versucht worden. Wir haben die Arbeitsgruppen deshalb bewusst gemischt und nicht nach Branche sortiert — der Nutzen eines Netzwerks liegt in der Differenz, nicht in der Ähnlichkeit.
Die Empfehlung war eine Bauform, keine Produktliste. Am Ende stand nicht der Rat, welche Software zu kaufen sei, sondern wie ein System geschnitten sein muss, damit mehrere Unternehmen es gemeinsam finanzieren und trotzdem jedes seine eigenen Daten und Rechte behält: ein gemeinsamer Kern, strikt mandantenfähig, mit unternehmenseigenen Ausprägungen darauf. Diese Empfehlung ist der Grund, warum ein Jahr später sechs Unternehmen zusammen bestellen konnten, was jedes einzelne nicht bestellt hätte.
Das Ergebnis
Vier priorisierte Business Cases, aus einer offenen Ideensammlung von zwölf Unternehmen herausgearbeitet und einzeln bewertet.
Es sind ein Wissens- und Rechercheassistent auf den eigenen Dokumenten, ein Sprachassistent für wiederkehrende Meldungen aus der Belegschaft, vorausschauende Instandhaltung und die Auswertung von Kunden- und Lieferantendaten. Dazu eine Management Summary, die jeden Fall beschreibt, einordnet und mit einer Umsetzungsempfehlung versieht — geschrieben so, dass eine Geschäftsführung sie ohne uns lesen und darauf entscheiden kann.
Der zentrale Befund ist keiner der vier Fälle selbst, sondern die Bauform dahinter: Ein gemeinsam finanzierter Kern mit unternehmenseigenen Ausprägungen darauf kostet jedes einzelne Unternehmen einen Bruchteil dessen, was zwölf Einzellösungen gekostet hätten. Ein Jahr später ist genau das beauftragt worden — der Fall wird seither als gemeinsames Entwicklungsprojekt umgesetzt.
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