Zum Inhalt springen
Strategion GmbH

KI-Anwendungs­fälle auf eine gemeinsame Agenten­architektur bringen

Die Aufgabe

Zwei beschlossene Anwendungs­fälle, zwei Projekte, zwei Beschaffungen. Und in drei Jahren zwei Systeme, die nichts voneinander wissen.

Kunde
Städtischer Wohnungs­konzern
Branche
Wohnungs- und Immobilien­wirtschaft
Dauer
rund sechs Wochen
KI-Anwendungsfälle auf eine gemeinsame Agentenarchitektur bringen
entschieden

ist die Ziel­architektur: Regelwerke-Agent und Voicebot setzen auf einer zentralen Agenten­plattform auf statt auf zwei getrennten Lösungen

rund 100.000

Kontakteingänge eines Jahres über acht Kanäle ausgewertet, rund ein Viertel davon telefonisch

2

Anwendungs­fälle bis auf Systeme, Datenquellen, Eigentümerschaften und Schnittstellen durchgearbeitet

Kurz zum Kunden

Der städtische Wohnungs- und Immobilien­konzern einer deutschen Großstadt mit einem Bestand im mittleren fünfstelligen Bereich und mehreren hundert Mitarbeitenden. Die Mieter­kommunikation läuft über acht Kanäle nebeneinander — Telefon, E-Mail, Kontaktformular, Posteingang, Mieterapp, Servicecenter und weitere. Das Telefon ist davon der wichtigste und zugleich der teuerste.

Unsere Lösung

Zwei Anwendungs­fälle, ein Kern. Die Entscheidung darüber fällt vor der Beschaffung oder gar nicht mehr.

Die Aufgabe

Die Geschäfts­leitung eines städtischen Wohnungs­konzerns hat sechs Business Cases priorisiert, und zwei davon stehen vorn. Der erste ist ein Agent, der Mitarbeitenden Richtlinien und Arbeits­anweisungen im Chat zugänglich macht, der zweite ein Voicebot, der Mieteranrufe entgegennimmt, klassifiziert und weiterleitet. Der naheliegende Weg wäre gewesen, beide getrennt auszuschreiben. Genau das ist die Frage, die zu klären ist: Sind das zwei Projekte oder zwei Anwendungen desselben Systems? Dahinter liegt eine Reihe von Punkten, die kein Anbieter­angebot beantwortet — wo die Richtlinien­dokumente heute liegen und wem sie gehören, welche Zugriffsrechte gelten, wie das Anrufrouting heute tatsächlich läuft, welche Systeme in der Anliegen­bearbeitung beteiligt sind, und unter welchen Bedingungen für Hosting, Datenschutz und Compliance das Ganze überhaupt betrieben werden darf.

Unser Ansatz

Die wichtigste Entscheidung des Tages war eine Verneinung. Zwei priorisierte Anwendungs­fälle führen fast zwangsläufig zu zwei Projekten, zwei Beschaffungen und zwei Systemen — und ein paar Jahre später zu der Frage, warum das Wissen im einen System für das andere unsichtbar ist. Der Regelwerke-Agent und der Voicebot brauchen dieselben Dinge: Zugriff auf geprüfte Dokumente, ein Rechtekonzept, eine Modell­anbindung, eine Protokollierung. Was sie unterscheidet, ist die Oberfläche. Daraus folgt eine Plattform mit zwei Agenten, nicht zwei Lösungen mit einer Schnittmenge.

Die Reihenfolge im Workshop war Plattform, Anwendungs­fall, Zusammen­führung. Erst die Anforderungen an den Kern und die Rahmenbedingungen, unter denen er betrieben werden darf. Dann je Anwendungs­fall der Fachbereich, der weiß, wo die Dokumente liegen und wie ein Anruf heute wandert. Am Schluss die Konsolidierung. Umgekehrt herum — erst die Anwendungs­fälle, dann die Plattform — entsteht eine Architektur, die zwei Sonderfälle nachträglich unter einen Hut bringen muss.

Zu jedem Anwendungs­fall gehört der Fachbereich, aber nur zu seinem Block. Die IT und die Unternehmens­entwicklung waren den ganzen Tag dabei, die Fachleute für Regelwerke und für den Service jeweils nur in ihrem Zeitfenster. Das ist keine Höflichkeit gegenüber vollen Kalendern, sondern eine Bedingung dafür, dass diese Menschen überhaupt kommen. Ein Architektur­workshop, zu dem alle den ganzen Tag erscheinen sollen, findet entweder nicht statt oder ohne die, auf die es ankommt.

Die härteste Frage im Regelwerke-Block war nicht technisch. Sie lautete: Kann ein KI-System das bestehende Problem allein lösen? Wenn Richtlinien widersprüchlich, veraltet oder in mehreren Fassungen abgelegt sind, dann beantwortet ein Agent Fragen zuverlässig falsch. Deshalb standen Datenqualität, Aktualität, Versionierung und Eigentümerschaft der Dokumente im selben Block wie die Retrieval-Logik — und daraus wurde ein eigener, vorgelagerter Arbeitsstrang statt einer Fußnote im Umsetzungs­plan.

Der Voicebot rechnet sich an einer Zahl, die der Konzern selbst hat. Die interne Auswertung der Kontakteingänge zeigt rund 100.000 Vorgänge im Jahr über acht Kanäle, rund ein Viertel davon telefonisch. Das ist die Grundlage, auf der sich über Automatisierungs­grade reden lässt, ohne zu raten: Welche Anliegen kommen häufig, welche sind standardisiert, wo entstehen Fehlleitungen. Ein Anbietervergleich ohne diese Zahlen vergleicht Funktions­listen.

Am Ende steht ein Zuschnitt, kein Wunschzettel. Ein Proof of Concept braucht eine Grenze und ein Kriterium, an dem sich nach ein paar Wochen entscheiden lässt, ob weitergemacht wird. Beides ist im Workshop festgelegt worden, zusammen mit einer Roadmap, die schnelle Schritte von mittelfristigen trennt. Der erste dieser Schritte ist inzwischen beauftragt.

Das Ergebnis

Eine Ziel­architektur, die beide Anwendungs­fälle auf denselben Kern stellt.

Dieser Kern ist eine zentrale Chat- und Agenten­plattform mit erweiterbarer Agenten­architektur, auf der der Regelwerke-Agent und der Voicebot als erste zwei Agenten aufsetzen und um weitere ergänzt werden können. Erarbeitet an einem Tag vor Ort, in der Reihenfolge, die die Sache verlangt: erst die Anforderungen an die Plattform und die Rahmenbedingungen für Hosting, Datenschutz und Compliance, dann je Anwendungs­fall die betroffenen Systeme, Datenquellen, Ablageorte, Eigentümerschaften und Schnittstellen, und erst am Schluss die Zusammen­führung.

Für den Regelwerke-Agenten sind Dokumenttypen, Metadaten und Zugriffs­konzepte geklärt, für den Voicebot der Ist-Prozess des Anrufroutings mitsamt Eskalations­stufen und die Anbindung an Ticketsystem und Fachverfahren. Ausgewertet worden sind dafür rund 100.000 Kontakteingänge eines Jahres über acht Kanäle, von denen rund ein Viertel telefonisch eingeht. Am Ende stehen der Zuschnitt eines Proof of Concept mit Erfolgskriterien und eine priorisierte Roadmap, die zwischen schnellen Schritten und mittelfristigen unterscheidet.

Diese Leistungen steckten im Projekt

Weitere Projekte

Alle Referenzen ansehen

Kontakt

Sprechen Sie uns an

Schreiben Sie uns eine Zeile. Wir ordnen Ihre Frage ein und melden uns.

Gespräch vereinbaren

Schreiben Sie uns, worum es geht. Wir melden uns zeitnah.

Lieber zur Kontaktseite