Stammdaten und Anfrageprozesse neu gestalten
Die Aufgabe
Der Weg von der Kundenanfrage bis zum verkaufsfähigen Artikel läuft über drei Vertriebswege unterschiedlich und ist nirgends durchgehend beschrieben.
Kernprozesse neu gestaltet: technische Anfrage, Stammdatenpflege und Artikelauslistung
Systeme, in denen der neue Ablauf verankert wurde: das neue SAP und das Dokumentenmanagement
Kurz zum Kunden
Hersteller von Gewürzen und Kräutern. Neben Produkten für den Handel entstehen für die , die gemeinsam mit dem Abnehmer entwickelt werden. Jede Kundenanfrage kann damit ein neues Produkt bedeuten.
Unsere Lösung
Eine Softwareeinführung entscheidet nicht, ob ein Prozess gut ist. Sie friert ihn ein. Also haben wir ihn vorher .
Die Aufgabe
Der Hersteller führt SAP ein und steht am Anfang der Umstellung. Der Kernprozess dahinter, die technische Anfrage vom Kunden über Rezeptur, Muster und Fülltest bis zum verkaufsfähigen Artikel, läuft über drei Vertriebswege unterschiedlich und ist nirgends durchgehend beschrieben. Dazu Stammdaten, die an mehreren Stellen unterschiedlich geführt werden. Eine neue Software hätte beides übernommen, wie es ist.
Unser Ansatz
Erst sichtbar machen, was niemand ganz gesehen hatte. Wir haben das Prozessmodell des Implementierungspartners übernommen und den Ablauf der technischen Anfrage über alle Beteiligten hinweg erfasst, von den beiden Vertriebsbereichen über die Entwicklung und die Qualitätssicherung bis in die Kommissionierung. Die Komplexität haben wir dargestellt, bis sie im Wortsinn an der Wand hing. Daraus wurde ein Verbesserungskonzept mit dem Lebenszyklus einer Anfrage und ein Organisationskonzept für den Sollablauf. Und die Frage, die dabei niemand mehr übergehen konnte: zentrales Anfragemanagement oder Zuständigkeit im Produktmanagement? Wir haben beide Varianten mit Vor- und Nachteilen ausgearbeitet, statt sie im Projekt untergehen zu lassen.
Drei Vertriebswege, ein Ablauf. Industrie, Handel und Discount hatten je eigene Formulare und je eigene Erwartungen: Neuartikelmeldung, Musteretiketten, . Wir haben die Formulare fachlich neu konzipiert und den Ablauf so geschnitten, dass er alle drei Vertriebswege abdeckt. Dann die Verankerung: Die SAP-relevanten Teilabläufe gingen an den Implementierungspartner, der Rest wurde Fachkonzept für das Dokumentenmanagement, einschließlich der Leserechte auf das Anfragejournal. Damit war eine Prüfungsanforderung erfüllt und der Stand einer Anfrage für alle Beteiligten nachvollziehbar.
Stammdaten sind der Hebel, nicht das Beiwerk. Jede spätere Automatisierung und jede Auswertung greift auf dieselben Stammdaten zu. Wir haben die Verpackungsstammdaten über Abfragen auf Doppelerfassungen und Lücken geprüft, die Nacherfassung am realen Verpackungsstück gesteuert, Artikelstammdatenblatt und Pflegeformular überarbeitet, die Pflegeprozesse in Workshops mit den Fachbereichen festgelegt und ein Konzept für die dauerhafte, konzernweite Pflege erarbeitet, die vorher lokal und autonom lief. Ausdrückliches Ziel dabei: Die Erklärungen über in Umlauf gebrachte Verpackungsmengen sollten präziser und prüfungsfest werden, was neben der Datenlage auch unmittelbar auf die Kosten wirkt.
Nicht nur beraten, auch entwickelt und übergeben. Das bestehende System für Lieferabkommen, Werbekostenzuschüsse und die Verteilung von Konditionen über die Kundenhierarchie bekam ein neues Frontend, das wir selbst implementiert haben, in Java mit Vaadin und Hibernate, mit Workflow-Engine, Versionsverwaltung und Funktionstests gegen die Anforderungen des Fachbereichs. Parallel haben wir Mitarbeiter und Auszubildende des Hauses in genau diesen Technologien ausgebildet, damit die Weiterentwicklung dort bleibt, wo das Fachwissen sitzt. Dazu haben wir den SAP-Blueprint fachlich gegengelesen, von Einkauf und Vertrieb über Fertigung und Qualitätsmanagement bis zur kundenindividuellen Entwicklung.
Das Ergebnis
Der Kernprozess neu gestaltet und in zwei Systemen verankert, im neuen SAP und im Dokumentenmanagement.
Entstanden ist ein Ablauf für Industrie, Handel und Discount, mit klarer Zuständigkeit dafür, wer welches Datum anlegt, pflegt und verwendet. Dazu Stammdaten in einer Qualität, mit der sich automatisieren und auswerten lässt, und ein Team im Haus, das die Eigenentwicklung dahinter selbst weiterführt.
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