Serviceprozesse vor der Systemauswahl ordnen
Die Aufgabe
Die Serviceprozesse liegen in den Köpfen der Mitarbeiter: Monatsberichte von Hand, Wartungspläne in Tabellen, Kosten je Objekt kaum abgrenzbar.
Serviceprozesse identifiziert und in einer Prozesslandschaft geordnet
hochgerechnetes Optimierungspotenzial im Jahr über fünfzehn Serviceprozesse
weniger Aufwand für die Monatsberichte, am Beispielprozess gerechnet
Kurz zum Kunden
Bundesweit tätiger Anbieter von Gebäudemanagement. Technisches, und kaufmännisches Gebäudemanagement aus einer Hand, erbracht in Eigen- und Fremdleistung an Objekten für Industrie, Verwaltung und Gesundheitswesen.
Unsere Lösung
Ein System kann man nicht auswählen, wenn man die eigenen Prozesse nicht kennt. Also haben wir zuerst gemessen.
Die Aufgabe
Der Dienstleister ist schnell gewachsen und ins technische Gebäudemanagement eingestiegen. Die Serviceprozesse dazu liegen in den Köpfen der Mitarbeiter, nicht in Systemen: Monatsberichte entstehen von Hand aus Vorlagen, Wartungspläne in Excel, Kosten je Objekt und Periode kaum abgrenzbar. Zwölf Anbieter von Gebäudemanagement-Software haben ihre Systeme vorgestellt, keines passt. Es fehlt die Grundlage, um über Kauf oder Eigenentwicklung zu entscheiden.
Unser Ansatz
Zuhören, bevor gezählt wird. Wir haben Interviews über alle Hierarchieebenen hinweg transkribiert, ein Codesystem entwickelt, die Aussagen codiert und den Istzustand gegen die Anforderungen gestellt. Aus mehreren Hundert codierten Nennungen ergab sich eine Rangfolge, mit der niemand gerechnet hatte: Die größte Lücke lag nicht bei der Informationstechnik, sondern bei der Ausrichtung des Unternehmens und der Prozessorganisation. Das hat die Reihenfolge des ganzen Vorhabens bestimmt.
Eine Prozesslandschaft, die es vorher nicht gab. Wir haben den Prozessrahmen der Branche mit den Leistungen abgeglichen, die das Unternehmen tatsächlich erbringt, und daraus 96 Prozesse und Prozessbereiche identifiziert und geordnet: senkrecht nach Objektmanagement, technischem und Gebäudemanagement samt Unterstützungsprozessen, waagerecht entlang des von der Übernahme über den Regelbetrieb bis zur Rückgabe. Jeder Prozess bekam eine Nummer. Erst dadurch wird ein Prozess zitierbar, im Lastenheft, in einem System und auf einem Kostenträger.
Nicht jeder Prozess ist gleich viel wert. Über eine ABC-Analyse der betreuten Objekte auf Basis der Umsatzdaten aus dem ERP-System haben wir eingegrenzt, wo das Geschäft wirklich liegt: Ein kleiner Teil der Objekte trägt drei Viertel des Umsatzes. Die weitere Analyse konzentrierte sich auf diese Objekte und damit auf rund 60 Prozent des Umsatzes. Dazu die Kalkulationen, aufgeschlüsselt nach Leistungsbereich und danach, was in Eigen- und was in Fremdleistung erbracht wird. Das Ergebnis verschob die Prioritäten: Objektleitung, Reinigung, Winterdienst und Wartung werden selbst erbracht, der technische Bereich läuft fast vollständig über Subunternehmer. Die Prozessaufnahme musste deshalb nicht alles abdecken, sondern das, was zahlt.
Was Optimierung wert ist, muss man rechnen. Am Beispiel der Monatsberichterstellung haben wir es vorgerechnet: anderthalb Stunden je Bericht, auf vierzig Minuten reduzierbar, das sind rund 60 Prozent Aufwand und etwa 17.000 Euro im Jahr an einem einzigen Prozess. Auf fünfzehn Prozesse hochgerechnet stehen 430.000 Euro Optimierungspotenzial im Jahr. Das ist eine Prognose, keine Messung, und so ist sie auch ausgewiesen. Aber sie machte aus wir sollten digitalisieren eine Zahl, die sich gegen den Preis eines Systems halten lässt, und beantwortete die Frage nach Kauf oder Eigenentwicklung mit Rechnung statt mit Meinung.
Das Ergebnis
Eine Entscheidungsgrundlage, wo vorher Vermutung war.
96 Serviceprozesse sind identifiziert und in einer Prozesslandschaft nach Leistungsbereich und geordnet, die Anforderungen aus Interviews über alle Hierarchieebenen ausgewertet, die umsatztragenden Objekte über eine ABC-Analyse eingegrenzt und an einem durchgerechneten Beispielprozess gezeigt, was Optimierung im Jahr wert ist.
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