Potenziale für KI im Einkauf bewerten
Die Aufgabe
Der strategische Einkauf soll deutlich produktiver werden, ohne zusätzliche Stellen. Wo Künstliche Intelligenz dabei hilft, ist offen.
Führungskräfte aus vier Ländern in einem Raum, von der Leitung Einkauf und Supply Chain bis zum operativen Einkauf
Arbeitspakete von der Readiness-Analyse über Zielbild und Pilot bis zur KI-Infrastruktur
Kurz zum Kunden
Weltweit tätiger Hersteller von Fahrzeugsitzen und Sitzsystemen für Pkw und Nutzfahrzeuge. Bei einem Zulieferer dieser Größe entscheidet der strategische Einkauf über Lieferantenauswahl, Verträge und Kostenposition und damit unmittelbar über die Wettbewerbsfähigkeit.
Unsere Lösung
KI hebt keinen Prozess, der nicht steht. Deshalb beginnt der Weg im Einkauf nicht bei der Technologie.
Die Aufgabe
Der strategische Einkauf eines weltweiten Sitzherstellers soll deutlich produktiver werden, ohne zusätzliche Stellen. Künstliche Intelligenz ist als Mittel gesetzt, der Ort ihres Einsatzes nicht. Der Einkaufsprozess läuft über mehrere Länder und viele Systeme, ein erster Managementworkshop hat Themen gesammelt, aber nichts davon ist quantifiziert. Gesucht ist keine Werkzeugliste, sondern eine belastbare Antwort auf zwei Fragen: Wo geht die Zeit tatsächlich verloren, und in welcher Reihenfolge lohnt der Zugriff.
Unser Ansatz
Lean und KI, weil das eine das andere voraussetzt. Lean arbeitet mit den Menschen, die ihre Prozesse am besten kennen, und mit einfachen, wirksamen Methoden am Wertstrom. KI braucht das Gegenteil von Improvisation: qualifizierte Daten, klare , stabile Abläufe. Wer beides trennt, bekommt entweder eine Prozessverbesserung ohne Hebel oder ein Modell ohne Datengrundlage. Deshalb war der erste Schritt kein Werkzeugworkshop, sondern der Blick auf den Prozess.
Ein Tag mit zwölf Führungskräften aus vier Ländern. Im Workshop saßen die Verantwortlichen für Warengruppen, indirekten Einkauf, Lieferantenqualität, Einkaufsrisiko, operativen Einkauf, Beschaffungslogistik und Einkaufssysteme gemeinsam mit der Leitung von Einkauf und Supply Chain an einem Tisch, aus Deutschland, Großbritannien, Spanien und der Slowakei. Das ist kein Zufall der Terminplanung: In einer über Länder verteilten Einkaufsorganisation ist Silo-Optimierung das eigentliche Risiko, und die durchgehende Sicht auf den Prozess entsteht erst, wenn alle denselben Ablauf beschreiben.
Die Schmerzpunkte lagen nicht bei den Verhandlungen. Was der Workshop zutage brachte, war unbequem konkret: Der Aufwand für Berichte und Verwaltung frisst die Zeit, die für Lieferantensuche, Lieferantenentwicklung und gedacht ist. Das Vertragsmanagement hat kein zentrales System, die Rechtsabteilung wird zum Nadelöhr. Das Zertifikatsmanagement bindet erhebliche Kapazität, obwohl es keine Kernaufgabe des Einkaufs ist. Das Sourcing Board läuft vollständig manuell, sind nicht automatisiert, und Informationen für Verhandlungen werden aus mehreren Systemen von Hand zusammengetragen. Das ist keine Liste von Technologien. Es ist eine Liste von Orten, an denen Zeit verschwindet.
Bewerten, bevor entwickelt wird. Die Anwendungsfälle laufen durch vier Phasen — Fokussierung, Ideenfindung, Definition, Umsetzung — und zwischen jeder Phase steht ein Qualitätstor. Der Zweck ist nicht Bürokratie, sondern Abbruchfähigkeit: Ein Anwendungsfall, der die Bewertung nach Machbarkeit, Nutzen und Aufwand nicht besteht, wird gestoppt, bevor er Geld kostet. In der Umsetzung arbeiten wir mit dem Standardvorgehen für KI-Projekte, erweitert um eine Governance-Linie mit Zertifizierung, Testmanagement, Überwachung und Betrieb — dieselbe Linie, an der die meisten Prototypen scheitern, weil ihnen die Betriebsfragen erst am Ende gestellt werden.
Die Infrastruktur als eigenes Paket, nicht als Anhang. Bedarfsanalyse der bestehenden IT, ein technologisches Zielbild, das Vorhandenes aufnimmt statt es zu ersetzen, eine explizite Entscheidung zur Hyperscaler-Frage und ein Technologie-Stack, der als lebendes Dokument weitergeführt wird. Dazu regelmäßiges Werkzeug-Scouting als Grundlage für Make-or-Buy-Entscheidungen. Der Grund ist nüchtern: Viele Anwendungsfälle sind heute keine Entwicklungsaufgabe mehr, sondern eine Auswahlaufgabe. Die Frage lautet immer seltener, ob man es entwickeln kann, und immer häufiger, welches Werkzeug in die eigene Landschaft passt.
Das Ergebnis
Eine Lean-und-KI-Readiness-Analyse mit festen Instrumenten.
Dazu gehören Wertstromanalyse über den Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung mit Fokus Einkauf, Hebelanalyse, Selbst- und Fremdbildanalyse, Funktions- und Tätigkeitsanalyse, Reifegradbestimmung über Interviews und Datenanalyse sowie ein Spend Cube für die wesentlichen Warengruppen und Lieferanten. Darauf ein Zielbild und eine Roadmap, Anwendungsfälle bis zur bewerteten Priorisierung mit Qualitätstoren zwischen den Phasen, ein eigenes Arbeitspaket für die KI-Infrastruktur samt Technologie-Stack und Werkzeugbewertung für Make-or-Buy, dazu ein Workshop- und Trainingsprogramm für die beteiligten Bereiche.
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