KI in das eigene Entwicklungs-Framework integrieren
Die Aufgabe
Ein über Jahrzehnte gewachsenes Framework, mitten in der Sprachumstellung. Genau dort soll KI hinein, ohne die Beherrschbarkeit zu verlieren.
die entwickelte Agentenplattform läuft im Haus des Anbieters, mit einer Visualisierung, in der sich die Einsatzszenarien durchspielen lassen
aufeinander aufbauende Beauftragungen über drei Jahre, jede aus der laufenden Arbeit heraus
Stränge des Vorgehens, von der Bedarfsanalyse über Integration und Überwachung bis zu Ethik, Kompetenzaufbau und Änderungsmanagement
Kurz zum Kunden
Anbieter von Software für Steuerberatung und Buchhaltung, seit Jahrzehnten am Markt. Das System ist die Datendrehscheibe einer Kanzlei: Belege, Buchungen, Stammdaten, Steuererklärungen, die Übermittlung an die Finanzverwaltung und die Kommunikation mit den Mandanten laufen darüber. Die Anwender sind mit dem System langjährig vertraut und arbeiten sehr unterschiedlich damit — was hohe Flexibilität verlangt und eine entsprechende Komplexität erzeugt. Entwickelt wird von einer eigenen Abteilung mit rund fünfzig Personen, während das gesamte System schrittweise von einer auf eine andere umgestellt wird.
Unsere Lösung
Ein gewachsenes Framework verträgt keine fremde Bauweise. KI muss in seiner Logik ankommen, nicht neben ihr.
Die Aufgabe
Das Haus will KI nicht nur ins Produkt bringen, sondern in die eigene Softwareentwicklung — und das unter denkbar anspruchsvollen Bedingungen. Das Framework ist über Jahrzehnte gewachsen und folgt einer eigenen Bauweise: ein granulares Fachkonzept aus Bausteinen, drei Schichten von der Oberfläche über die Fachlogik bis zum Datenzugriff, Modellierung in einer formalen Notation, starke Kapselung zwischen den Modulen über indirekte Aufrufe. Gleichzeitig läuft die schrittweise Umstellung des gesamten Systems von einer auf eine andere, und dabei wird die Logik ausdrücklich nicht eins zu eins übernommen, sondern wo möglich verbessert. In eine solche Umgebung KI einzuführen, heißt nicht, ein Werkzeug zu beschaffen. Es heißt, für ein Haus mit eigener Bauweise zu klären, welche Verfahren zu ihr passen, wo sie ansetzen und was sich dadurch am Vorgehen ändert.
Unser Ansatz
Erst die Bauweise verstehen, dann die Verfahren wählen. Ein Fachkonzept aus Bausteinen mit strenger Kapselung und indirekten Aufrufen ist eine bewusste Entscheidung für Beherrschbarkeit, keine Altlast. Wer dort ein Verfahren einführt, das quer dazu steht, bekommt keine Verbesserung, sondern eine zweite Bauweise im selben System. Deshalb stand am Anfang die Aufnahme von Architektur und Entwicklungsprozess und nicht die Auswahl von Werkzeugen.
Die Sprachumstellung ist die Gelegenheit, nicht das Hindernis. Wenn ein System ohnehin Modul für Modul übertragen wird und die Logik dabei verbessert werden darf, ist genau das der Moment, in dem KI-Unterstützung den größten Hebel hat. Danach ist der Code wieder für Jahre festgelegt. Diese Chance bemerkt man nur, wenn man den Entwicklungsprozess kennt und nicht nur die Produktwünsche.
Anwendungsfälle aus dem Auftakt, nicht aus dem Katalog. Schon im Kick-off entstanden mehr als ein Dutzend Ansätze, und sie kamen aus der Vorstellung des Systems selbst — von der Belegzuordnung über die Anomalieerkennung bis zur Auswertung der Klickwege. Solche Ansätze sind belastbarer als eine Liste von außen, weil jeder von ihnen einen Menschen im Haus hat, der ihn vorgetragen hat.
Ethik und Regelkonformität laufen mit, nicht hinterher. In einer Software, die steuerliche Sachverhalte verarbeitet, entscheidet die Zulässigkeit einer Funktion mit darüber, ob sie überhaupt entwickelt werden darf. Deshalb sind Datenschutz, Datensicherheit und die europäische KI-Verordnung ein eigener Strang und keine Abnahmeprüfung am Ende.
Das Angebot als idealtypisches Vorgehen, nicht als Bauplan. Im Auftakt wurde ausdrücklich vereinbart, dass das Budget im Einvernehmen dorthin gelenkt wird, wo es die Anforderungen sinnvoll erscheinen lassen. Das ist bei KI-Vorhaben die ehrlichere Vereinbarung: Was in Monat drei wichtig ist, weiß in Monat null niemand, und ein starr abgearbeiteter Leistungsplan liefert am Ende genau das, was man am Anfang vermutet hat.
Das Ergebnis
Ein Vorgehen in sieben Strängen und die Umsetzung daraus.
Am Anfang die Bedarfsanalyse mit dem Entwicklungsteam und eine Roadmap, die Anwendungsfälle priorisiert. Darauf die Bewertung der verfügbaren Verfahren nach technischer Machbarkeit, Kosten, Integrierbarkeit in die bestehende Infrastruktur und Risiken, dann die schrittweise Integration in das Framework mit einem Konzept für Skalierung und laufende Überwachung von Leistung und Akzeptanz. Dazu die Beratung zu Ethik und Regelkonformität einschließlich der europäischen KI-Verordnung, der Kompetenzaufbau im Entwicklungsteam und ein begleitendes Änderungsmanagement, das Entwicklung, Produktmanagement, Qualitätssicherung und Datenschutz von Anfang an einbezieht.
Aus dem Auftakt kommen die Anwendungsfelder: die Dokumentation der technischen Zusammenhänge, Unterstützung bei der Sprachumstellung, bessere Zuordnung von Belegen zu Buchungen, Anomalieerkennung im Waren- und Belegfluss, Weiterentwicklung des Testens, Auswertung von Klickwegen für Verbesserungsvorschläge und passende Schulungsinhalte. Entwickelt worden ist außerdem eine Agentenplattform, die inzwischen im Haus in Betrieb ist und deren Einsatzszenarien sich in einer eigenen Visualisierung durchspielen lassen.
Gearbeitet wird agil und anwendungsfallgetrieben, in zweiwöchigen Abstimmungen; das Angebot gilt ausdrücklich als idealtypisches Vorgehen, das Budget wird im Einvernehmen dorthin gelenkt, wo es gebraucht wird.
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