Fünfzig Entwickler für die Arbeit mit KI befähigen
Die Aufgabe
Eine Entwicklungsabteilung übernimmt keine Technologie, die ihr vorgesetzt wird. Sie muss sie können wollen.
Personen der Entwicklungsabteilung, auf allen Ebenen mitgenommen: Motivation, Technik und Vorgehen
Workshopformate mit unterschiedlichem Zweck, darunter Datenqualität und Ethik
Termine für die Autoren des Hilfebestands: Rahmenwerk erarbeiten, dann alle schulen
Kurz zum Kunden
Anbieter von Software für Steuerberatung und Buchhaltung, seit Jahrzehnten am Markt. Das System ist die Datendrehscheibe einer Kanzlei: Belege, Buchungen, Stammdaten, Steuererklärungen, die Übermittlung an die Finanzverwaltung und die Kommunikation mit den Mandanten laufen darüber. Die Anwender sind mit dem System langjährig vertraut und arbeiten sehr unterschiedlich damit — was hohe Flexibilität verlangt und eine entsprechende Komplexität erzeugt. Entwickelt wird von einer eigenen Abteilung mit rund fünfzig Personen, während das gesamte System schrittweise von einer auf eine andere umgestellt wird.
Unsere Lösung
Wer eine Wissensbasis maschinell durchsuchbar macht, muss die Menschen ändern, die sie füllen.
Die Aufgabe
Ein Softwarehaus kann KI einkaufen; benutzen muss sie die eigene Entwicklung. Rund fünfzig Personen arbeiten dort, mit unterschiedlichem Vorwissen, unterschiedlicher Nähe zum Thema und unterschiedlicher Bereitschaft. Die Aufgabe ist deshalb nicht, eine Schulung zu halten, sondern eine Abteilung auf allen Ebenen mitzunehmen: bei der Motivation, weil niemand ein Werkzeug lernt, dessen Sinn er nicht sieht; bei der Technik, weil Halbwissen in der Softwareentwicklung teurer ist als kein Wissen; und beim Vorgehen, weil KI-Vorhaben anders verlaufen als die Projekte, die dieses Haus kennt. Dazu kommt eine zweite Zielgruppe, an die man zunächst nicht denkt: die Menschen, die den Hilfebestand schreiben, aus dem der KI-Assistent des Hauses seine Antworten zieht.
Unser Ansatz
Motivation, Technik und Vorgehen sind drei verschiedene Baustellen. Wer nur Technik schult, bekommt Entwickler, die es können und nicht wollen. Wer nur motiviert, bekommt Begeisterung ohne Urteilskraft. Und wer beides schult, aber nicht das Vorgehen, bekommt KI-Vorhaben, die wie klassische Projekte geplant werden und an derselben Stelle scheitern. Deshalb decken die Formate alle drei Ebenen ab, in unterschiedlichen Zusammensetzungen.
Datenqualität und Ethik sind Schulungsthemen, keine Nebenbedingungen. Zwei der sechs Formate behandeln Dinge, die in Werkzeugschulungen nie vorkommen und über die Hälfte der Misserfolge erklären: die Beschaffenheit der Daten und die Frage, was man tun darf. Beides gehört zu dem Zeitpunkt vermittelt, an dem noch entschieden wird, und nicht dann, wenn etwas schon entwickelt ist.
Die Autoren des Hilfebestands sind Teil des Systems. Ein Assistent, der auf Dokumentation antwortet, ist nur so gut wie die Abschnitte, die er findet. Deshalb wurde nicht nur die Suche verbessert, sondern auch das Schreiben: Wer weiß, welche Angaben ein Abschnitt braucht, damit er inhaltlich gefunden wird, schreibt anders. Das ist der unsichtbare Teil einer solchen Einführung und derjenige mit der längsten Wirkung.
Erst ein kleiner Kreis, der das Rahmenwerk erarbeitet, dann alle. Sechs bis acht Personen, die zusammen alle Dokumentarten abdecken, entwickeln in zwei Stunden am Bildschirm einen ersten funktionsfähigen Assistenten und halten die Regeln dazu fest. Erst danach wird geschult. Der Unterschied ist entscheidend: Im zweiten Termin steht nicht eine fremde Vorgabe an der Wand, sondern etwas, das Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen Haus entwickelt haben.
Am Ende steht ein Werkzeug, nicht ein Foliensatz. Aus dem ersten Termin geht ein lauffähiger Assistent hervor, aus dem zweiten die Fähigkeit, ihn zu benutzen. Eine Schulung, die nichts hinterlässt, was am nächsten Tag geöffnet werden kann, ist nach zwei Wochen verpufft.
Das Ergebnis
Ein Schulungsaufbau auf zwei Ebenen.
Für die Entwicklung sechs Formate mit unterschiedlichem Zweck: ein Innovationsworkshop, der Anwendungen aus branchenfremden Bereichen heranträgt; ein Format nach der Entwurfsmethode des Design Thinking, in dem Anwendungsfälle für die eigene Software entstehen; ein Technologie-Rundgang zu aktuellen Entwicklungen; ein Workshop zu Datenqualität und Datenmanagement, weil daran die meisten Vorhaben scheitern; einer zu Ethik, Transparenz und Fairness mit dem Ziel eigener Leitlinien; und einer dazu, wie agiles Vorgehen und generative KI in KI-Entwicklungszyklen zusammenspielen.
Für die Autoren des Hilfebestands eine dreiteilige Reihe: Zuerst erarbeitet ein kleiner Kreis von sechs bis acht Personen, die zusammen alle Dokumentarten abdecken, ein eigenes Rahmenwerk — was einen guten Eintrag ausmacht, welche Angaben nötig sind, damit ein Abschnitt maschinell auffindbar ist, und wie ein unterstützender Assistent dafür aussehen muss. Ergebnis ist ein lauffähiger Assistent samt dokumentiertem Rahmen aus Anforderungen, Empfehlungen und Formulierungsregeln. Danach wird dieses Rahmenwerk allen vermittelt, die Inhalte verfassen.
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