Einen KI-Assistenten für den Einzug neuer Mieter entwickeln
Die Aufgabe
Zum Einzug in ein großes Neubauquartier gibt es hundert Fragen. Statische Informationsseiten beantworten sie nur, wenn jemand die richtige Seite findet.
KI-generiert getrennte Datenbereiche in der Wissensbasis, ein öffentlicher und ein sensibler, jeder mit eigener Zugriffslogik
Arbeitspakete: kontrollierte Datenbasis, Agentensystem, Integration in die bestehende Onboarding-Seite
Stunden am Tag erreichbar, ohne dass die Verwaltung besetzt sein muss
Kurz zum Kunden
Immobilien- und Beteiligungsunternehmen mit eigenem Bestand, seit gut drei Jahrzehnten im Großraum einer westdeutschen Großstadt tätig. Es entwickelt, entwickelt, verwaltet und vermittelt Büro-, Handels- und Wohnimmobilien und betreibt ganze Wohnquartiere. Rund hundert Mitarbeitende, eine über die Jahre gewachsene Systemlandschaft und ein Geschäft, in dem dieselbe Information je nach Frage in der Verwaltung, im Vertrieb, in der Buchhaltung oder auf einem Dateilaufwerk liegt.
Unsere Lösung
Ein internes Werkzeug darf sperrig sein, weil man es erklären kann. Ein Assistent für einziehende Mieter bekommt keine zweite Chance.
Die Aufgabe
Das Unternehmen entwickelt ein großvolumiges Wohnquartier, in das in kurzer Zeit sehr viele neue Mieter einziehen. Für den Einzug ist eine Onboarding-Website vorgesehen, über die Informationen abrufbar sind: Schlüsselübergabe, Anmeldung, Technik in der Wohnung, Müll, Parken, Ansprechpartner. Statische Seiten beantworten solche Fragen aber nur, wenn jemand die richtige Seite findet und die Antwort dort in der Form steht, in der er gefragt hat. Die Erfahrung aus jedem Bezug ist, dass in den ersten Wochen dieselben Fragen hundertfach in der Verwaltung landen. Der Auftrag ist deshalb, die Website um einen KI-gestützten Assistenten zu erweitern, der individuell antwortet und rund um die Uhr erreichbar ist. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Teil der Informationen öffentlich ist und ein anderer Teil den einzelnen Mieter betrifft.
Unser Ansatz
Zwei Datenbereiche, weil zwei Arten von Information zusammenkommen. Was für alle gilt, also Termine, Hausordnung, Technik, Wege, gehört in einen öffentlichen Bereich. Was einen einzelnen Mieter betrifft, gehört in einen geschützten. Diese Trennung schon in der Wissensbasis anzulegen und nicht erst in der Antwortlogik ist der Unterschied zwischen einem System, das nichts Falsches sagen kann, und einem, das nichts Falsches sagen soll.
Die Nutzer sind diesmal nicht die eigenen Leute. Ein internes Werkzeug darf sperrig sein, weil man es erklären kann. Ein Assistent für einziehende Mieter bekommt keine Schulung, keine zweite Chance und keine Rückfrage: Wer keine Antwort bekommt, ruft in der Verwaltung an, und genau das sollte das System ja verhindern. Deshalb liegt der Aufwand in diesem Projekt weniger in der Technik als in der Aufbereitung der Inhalte.
Der Einzug ist das Zeitfenster, in dem sich das Verhältnis entscheidet. In den ersten Wochen nach dem Einzug entsteht der Eindruck, den ein Mieter jahrelang behält. Ein Assistent, der abends um zehn die Frage nach der Müllabholung beantwortet, ist kein Effizienzwerkzeug, sondern ein Serviceversprechen, das ohne zusätzliche Stellen einlösbar ist.
Entwickelt wird spezifikationsgetrieben, und der Code entsteht KI-gestützt. Am Anfang jeder Umsetzung steht eine Spezifikation: ein versioniertes Dokument, das wie Code geprüft wird, für Technik und Fachbereich gleichermaßen lesbar, in dem Entscheidungen, Sonderfälle und Abwägungen geklärt sind, bevor eine Zeile entsteht. Die Architektur wird nach einem etablierten Rahmenwerk dokumentiert. Der Grund für diese Reihenfolge ist nicht Ordnungsliebe, sondern Prüfbarkeit: Erzeugter Code wächst schneller, als die Zeit reicht, ihn zu lesen. Wer einem Modell nur beschreibt, was er ungefähr will, bekommt schnell Code und bei jedem Durchlauf einen anderen. Die Spezifikation ist zugleich die Dokumentation, die sonst am Ende fehlt — und wo ein Assistent öffentliche und sensible Inhalte auseinanderhalten muss, wird diese Trennung dort entschieden und nicht im Code.
Aufgesetzt auf dem, was im Haus schon steht. Parallel läuft im Unternehmen der Aufbau eines internen Agentensystems. Der Assistent für die Mieter setzt darauf auf, statt eine zweite Welt zu eröffnen. Das spart nicht nur Aufwand, es verhindert die Lage, in der ein Haus zwei KI-Systeme betreibt, die unterschiedlich gepflegt werden und irgendwann Unterschiedliches sagen.
Das Ergebnis
Ein Assistent auf der Onboarding-Seite, der auf einer kontrollierten Wissensbasis steht.
In drei Arbeitspaketen: Zuerst die Datenbasis, in der die vorhandenen Inhalte gesichtet, strukturiert und klassifiziert werden und daraus eine Wissensbasis mit getrennten Bereichen entsteht, einem öffentlichen und einem sensiblen, jeder mit eigener Zugriffslogik. Dann das Agentensystem, das die Fragen der Mieter entgegennimmt, die passende Information findet und in verständlicher Sprache antwortet. Zuletzt Integration und Betrieb, also die Einbettung in die bestehende Onboarding-Seite und die Bereitstellung. Das Vorhaben entwickelt auf dem internen Agentensystem des Hauses auf, sodass Erfahrungen und Bausteine nicht doppelt entstehen.
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