Eine KI-Strategie bis zur Beschaffungsentscheidung führen
Die Aufgabe
Ein Assistenzwerkzeug ist freigegeben, darf aber keine Geschäftsvorgänge sehen. Damit ist KI im Haus präsent und in den Kernprozessen unbrauchbar.
Anwendungsfälle bis zur Entscheidungsvorlage geführt — eine interne Wissensdatenbank und ein Assistent für das öffentliche Vergabeverfahren
Fachbereiche in Interviews, aus deren Kerngeschäftsprozessen die Anwendungsbereiche gewonnen wurden
Leistungspositionen: Potenzialanalyse, Konzeption der Anwendungsfälle, Ergebnisdokumentation und optionale Fortschreibung
Kurz zum Kunden
Stadtentwicklungsgesellschaft im Alleinbesitz einer Großstadt. Sie führt mehrere große Entwicklungsgebiete, erbringt Beratungs-, Planungs- und Steuerungsleistungen für Stadtentwicklungsaufgaben und ist in den letzten Jahren auf rund einhundertfünfzig Beschäftigte gewachsen. Als städtisches Unternehmen ist sie an Vergaberecht und öffentliche Sorgfalt gebunden — der Umgang mit Geschäfts- und personenbezogenen Daten ist keine Abwägung, sondern Vorgabe.
Unsere Lösung
Eine Strategie, die nicht bis zur Beschaffungsentscheidung führt, endet dort, wo die Arbeit anfängt.
Die Aufgabe
Das Unternehmen hat einen ersten Schritt getan. Ein allgemeines Assistenzwerkzeug ist in einer abgesicherten Umgebung freigegeben, aber ausdrücklich reguliert — personenbezogene Daten und konkrete Geschäftsvorgänge dürfen nicht eingegeben werden, weil die Erfahrung im Umgang mit KI-Modellen fehlt. Genutzt wird es damit für allgemeine Recherche und öffentlich verfügbare Daten. In den Kernprozessen, wo der Nutzen läge, ist es unbrauchbar. Gesucht ist deshalb eine Strategie, die den Weg vom geduldeten Werkzeug zur belastbaren Nutzung beschreibt: eine Potenzialanalyse entlang der Kerngeschäftsprozesse, die Konzeption der Anwendungsfälle bis zur technischen Architektur, und eine Antwort auf die Frage, ob am Markt gekauft oder selbst entwickelt wird. Die Umsetzung ist ausdrücklich nicht Gegenstand. Beauftragt ist die Leistung im öffentlichen Vergabeverfahren.
Unser Ansatz
Der Weg endet nicht bei der Priorisierung, sondern bei make or buy. Viele Strategiearbeiten liefern eine Rangliste von Anwendungsfällen. Diese hier musste weiter: je Fall eine technische Konzeption über Grundsätze, Software, Hardware, Betrieb und Modell, dann eine Markterkundung, dann eine Entscheidungsvorlage zur Frage Kauf oder Eigenentwicklung. Für einen öffentlichen Auftraggeber ist das der einzige verwertbare Endpunkt — was danach kommt, ist ein Vergabeverfahren, und dieses braucht eine begründete Entscheidung und keine Empfehlungsliste.
Die Architektur musste modular sein, und der Grund ist nicht technisch. Vorgegeben war eine Flexibilität, die dem Tempo des Feldes Rechnung trägt: einzelne Komponenten sollen austauschbar und aktualisierbar bleiben. Das ist bei einem öffentlichen Auftraggeber eine Beschaffungsentscheidung, nicht eine Entwurfsvorliebe — wer sich auf einen Anbieter festlegt, kann bei der nächsten Modellgeneration nicht nachziehen, ohne neu zu vergeben.
Ein Vergabeassistent ist der ehrlichste Anwendungsfall, den ein öffentliches Haus wählen kann. Er greift genau dort an, wo die Arbeit wiederkehrend, regelgebunden und dokumentenlastig ist: die Wahl des Verfahrens, der Vergabevermerk, die Leistungsbeschreibung, der Vertrag — auf Grundlage der eigenen Richtlinien, , Vertragsmuster und bereits durchgeführten Vergaben. Die Informationen entstehen im Frage-und-Antwort-Wechsel mit dem Nutzenden. Wer diesen Fall wählt, sucht nicht ein Vorzeigeprojekt, sondern Entlastung an der Stelle, an der sie messbar ist.
Datenmanagement heißt hier eine Stelle, nicht ein Werkzeug. Zur Konzeption gehörte nicht nur ein Prozess für die Sicherung und Prüfung der Datenqualität, sondern der Entwurf einer verantwortlichen Instanz im Haus. Der Grund ist nüchtern: Ein Sprachmodell auf internen Dokumenten ist nur so gut wie der Bestand, auf dem es arbeitet, und ein Bestand pflegt sich nicht selbst. Ohne benannte Verantwortung verfällt die Datenbasis, und mit ihr die Antwortqualität — langsam genug, dass niemand den Zeitpunkt benennen kann.
Die interne Kommunikation war beauftragte Leistung, nicht Nebenwirkung. In der Leistungsbeschreibung stand ausdrücklich, dass der Umgang mit KI-Modellen im Haus nicht geübt ist und dass sich aufbauende Abwehrhaltungen moderiert und abgebaut werden sollen. Das gehört zu den Sätzen, die man in Ausschreibungen selten liest und die den Unterschied machen: Ein Auftraggeber, der die Akzeptanz von Anfang an als Arbeitspaket bezahlt, hat verstanden, woran solche Vorhaben scheitern.
Das Ergebnis
Vier Leistungspositionen.
Die Potenzialanalyse entlang der beigestellten Kerngeschäftsprozesse, erhoben in Interviews mit fünf Fachbereichen und ihren Prozessverantwortlichen, mit dem Schwerpunkt auf administrativen und wiederkehrenden Tätigkeiten. Dann die Konzeption der beiden vom Kunden benannten Anwendungsfälle — einer internen Wissensdatenbank, die auch Geschäftsgeheimnisse verarbeiten darf, und eines Assistenten für das öffentliche Vergabeverfahren, der von der Wahl des Verfahrens bis zu Entwürfen für Vergabevermerk, Leistungsbeschreibung und Vertrag führt.
Je Fall die Beschreibung nach Prozess, Datengrundlage und Ergebnis, darauf eine technische Konzeption der KI-Systemarchitektur über Grundsätze, Software, Hardware, Betrieb und Sprachmodell, dazu ein Prozess zur Sicherung und Prüfung der Datenqualität und der Entwurf einer verantwortlichen Stelle für das KI-Datenmanagement im Haus. Anschließend eine Markterkundung zu passenden Lösungen und die Zusammenführung aller Ergebnisse in einer Entscheidungsvorlage make or buy.
Dazu die Ergebnisdokumentation und, als Option, die Konzeption weiterer Anwendungsfälle, die Fortschreibung der Strategie und die Qualitätssicherung bei technischen Umsetzungen. Projektbegleitend, und ausdrücklich Teil des Auftrags, die interne Kommunikation über das Vorhaben.
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