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Strategion GmbH

Eine Expertentabelle in einen Beratungs­dienst überführen

Die Aufgabe

Welches Werkzeug zu welcher Leitung passt, weiß eine Tabelle und die Fachleute, die sie bedienen können. Kunden kommen daran nicht heran.

Kunde
Anbieter von Prüftechnik
Branche
Energie- und Anlagen­technik
Dauer
rund eineinhalb Jahre
Eine Expertentabelle in einen Beratungsdienst überführen
abgenommen

der Beratungs­dienst ging aus der Expertentabelle in den Betrieb, als erste einsatzfähige Fassung

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Häuser aus vier fremden Branchen daraufhin untersucht, wie sie Kunden durch komplexe Sortimente führen

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Zugänge im Gesamtkonzept auf einer gemeinsamen Wissens­schicht: Shop, Dialogsystem, Community

Kurz zum Kunden

Anbieter von Inspektions- und Reinigungs­technik für Rohrleitungen, mit eigenem Innovations­zentrum. Das Haus prüft und reinigt Leitungs­systeme weltweit und verkauft dafür Werkzeuge und Dienst­leistungen. Welches Reinigungs­werkzeug zu welcher Leitung passt, hängt an einer Vielzahl technischer Bedingungen, und dieses Wissen ist über Jahre in eine Tabelle geflossen, die im Haus als Experten­werkzeug dient.

Unsere Lösung

Das Wissen war da und funktionierte. Es hing nur an den Menschen, die die Tabelle bedienen konnten.

Die Aufgabe

Der Vertrieb der Reinigungs­sparte soll ins Netz. Der Gedanke liegt nahe: ein Onlineshop, über den Kunden Werkzeuge und Leistungen selbst beziehen. Nur ist dieses Geschäft kein Katalogsgeschäft. Welches Werkzeug zu welcher Leitung passt, entscheidet sich an technischen Bedingungen, die der Kunde selten vollständig kennt, und das Wissen darüber steckt in einer Tabelle, die nur Fachleute im Haus bedienen können. Ein Shop, in dem der Kunde aus einer Liste wählt, hätte ihn also entweder überfordert oder zu einer falschen Bestellung geführt. Der Auftrag ist deshalb zweistufig: Zuerst die Frage, wie andere Branchen ihre Kunden dazu befähigen, das Richtige selbst zu finden, und daraus abgeleitet ein Konzept für diesen Fall. Dann die Umsetzung des Kerns davon.

Unser Ansatz

Erst in fremden Branchen schauen, dann im eigenen Haus entwerfen. Wer den eigenen Vertrieb ins Netz bringen will, findet in der eigenen Branche selten ein Vorbild, weil dort alle vor demselben Problem stehen. Deshalb standen am Anfang vier Häuser aus vier anderen Branchen und eine einzige Frage an sie: Wie führt ihr einen Kunden, der sein Problem kennt, aber nicht den Produktnamen? Die Antworten waren übertragbar, die Produkte nicht.

Der Kunde beschreibt sein Problem, nicht das Produkt. Das ist der Kern des ganzen Vorhabens. In einem Katalog sucht man mit dem Namen dessen, was man will. In diesem Geschäft weiß der Kunde, wie seine Leitung beschaffen ist und was er erreichen möchte, und daraus muss die Empfehlung entstehen. Ein Dialogsystem kann genau das: nach den fehlenden Angaben fragen, statt sie vorauszusetzen.

Das Wissen lag vor, nur nicht in nutzbarer Form. Die Empfehlungs­logik existierte seit Jahren als Tabelle und funktionierte, aber sie war an die Fachleute gebunden, die sie bedienen konnten. Sie in einen ausführbaren Dienst zu überführen ist deshalb kein Programmierproblem, sondern ein Übersetzungs­problem: Was in der Tabelle als Formel und Erfahrungs­wert steht, muss zu Regeln werden, die auch dann gelten, wenn niemand danebensteht. Genau an dieser Stelle scheitern solche Vorhaben, wenn man sie für einen Datenexport hält.

Drei Zugänge auf einer Schicht, nicht drei Projekte. Das Gesamtkonzept ordnet Onlineshop, Dialogsystem und Community nebeneinander und legt darunter eine gemeinsame Schicht aus Erkennungs- und Sprach­diensten, Datenbank und Fachwissen. Der Grund ist einfach: Alle drei brauchen dasselbe Produktwissen. Wer sie getrennt entwickelt, pflegt dieses Wissen dreimal und erklärt dem Kunden an drei Stellen etwas anderes.

Umgesetzt wurde der Kern, nicht das Konzept. Aus einem Gesamtbild mit drei Zugängen wurde zunächst eine einzige Sache entwickelt: die Empfehlung. Sie ist der Teil, an dem sich entscheidet, ob das Ganze Nutzen bringt, denn sie ist der Teil, den der Kunde nicht selbst kann. Diese erste Fassung wurde abgenommen und ging in Betrieb. Alles Weitere hätte darauf aufsetzen können, ohne dass etwas davon abhängig gewesen wäre.

Das Ergebnis

Am Anfang ein Vergleich außerhalb der eigenen Branche.

Vier Häuser aus Haushaltsgeräten, Automobilbau, Werkzeugmaschinen­bau und Stahl­produktion sind daraufhin untersucht worden, wie sie ihre Kunden durch komplexe Sortimente führen: unscharfe Suche neben der Suche über Kennnummern, Explosions­zeichnungen zur visuellen Bestimmung eines Bauteils, die Identifikation des Bedarfs über die Beschreibung von Funktion und Fehler statt über den Produktnamen. Daraus zwei Konzeptstudien, eine zu Assistenz und Dialog­systemen mit einem Vergleich der verfügbaren Rahmenwerke und der Empfehlungs­verfahren, eine zu erweiterter Realität und Community.

Darüber ein Gesamtkonzept, das Onlineshop, Dialogsystem und Community als drei Zugänge auf einer gemeinsamen Schicht aus Bild- und Sprach­erkennung, Sprach­verarbeitung, Datenbank und Fachwissen ordnet. Umgesetzt worden ist daraus der Kern: Die Empfehlungs­logik aus der Expertentabelle ist in einen ausführbaren Dienst überführt und an ein Dialogsystem gehängt worden, das den Kunden durch die nötigen Angaben führt und ihm die passende Empfehlung nennt. Diese erste einsatzfähige Fassung ist abgenommen worden und in Betrieb gegangen.

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