Ein Kompetenzzentrum für eine Branche aufbauen
Die Aufgabe
Digitalisierung überfordert einzelne mittelständische Unternehmen. Ein gemeinsames Zentrum ist eine Idee — es fehlt jede Struktur, es zu tragen.
des Wohnungsbestands der Branche ist heute in dem Kompetenzzentrum vertreten, das aus diesem Vorhaben hervorgegangen ist
Leistungsphasen von der gemeinsamen Lösungsvision über das Lösungskonzept und die Gründung bis zum Roll-out
Arbeitsgruppen mit je einem eigenen Workshop in Betrieb genommen — Digitalisierungsradar, Dokumentenmanagement, Kundenansprache und intelligentes Wohnen
Kurz zum Kunden
Bundesverband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Spitzenverband für rund dreitausend Wohnungsunternehmen, gegliedert in Regionalverbände. Die Mitglieder sind ganz überwiegend mittelständisch und kommunal geprägt und haben selten eigene Digitalisierungsabteilungen. Was ein einzelnes Unternehmen dieser Größe nicht leisten kann, muss die Branche gemeinsam leisten — oder es findet nicht statt.
Unsere Lösung
Ein Kompetenzzentrum ist kein Projekt, sondern eine Institution. Die schwierige Frage ist nicht, was es tut, sondern wer es trägt.
Die Aufgabe
Der Verband will ein Kompetenzzentrum für die Digitalisierung seiner Branche aufbauen. Zu Beginn ist das eine Idee und ein Wille, aber keine Organisation: Kein Träger, kein Leistungsversprechen, keine Finanzierung, keine Plattform, keine Antwort auf die Frage, was das Zentrum eigentlich anbietet und wer dafür bezahlt. Die eigentliche Schwierigkeit liegt nicht in der Digitalisierung, sondern in der Konstruktion: Ein Angebot für eine ganze Branche muss von Anfang an so entwickelt sein, dass die Regionalverbände es mittragen und nicht als Konkurrenz erleben, dass die Mitgliedsunternehmen einen erkennbaren Nutzen sehen, und dass es weiterläuft, wenn die Aufbauphase vorbei ist.
Unser Ansatz
Erst die Vision gemeinsam, dann das Konzept. Wir haben nicht mit einem Vorschlag begonnen, sondern mit einem Workshop, in dem die Beteiligten ihre Vorstellungen des Zentrums zusammengetragen und zu einer gemeinsamen Vision verdichtet haben. Bei einem Vorhaben, dessen Erfolg davon abhängt, dass eigenständige Regionalverbände es mittragen, ist das kein Höflichkeitsschritt. Ein von außen gebautes Konzept hätte im Gründungsprozess keinen Fürsprecher gehabt.
Die Rechtsform war das Ergebnis, nicht die Voraussetzung. Am Ende steht ein eingetragener Verein — mit dem Bundesverband, den Regionalverbänden und Unternehmen als Mitgliedern. Dass das Zentrum eine eigene Rechtsperson und eine eigene Geschäftsstelle bekam, ist der Unterschied zwischen einer Initiative und einer Einrichtung: Eine Initiative hängt an den Menschen, die sie begonnen haben, eine Einrichtung hat Mitglieder, Beiträge und Organe. Nur die zweite überlebt einen Personalwechsel.
Vier Phasen mit Entscheidungspunkten, beauftragt in Stufen. Discovery, Definition, Development, Delivery — und beauftragt wurde zunächst nur die erste Phase. Die weiteren kamen als hinzu, jede nach einem sichtbaren Ergebnis. Für den Auftraggeber heißt das: Er konnte nach jeder Stufe aussteigen. Für ein Vorhaben, dessen Ergebnis zu Beginn niemand genau beschreiben konnte, ist das die einzige verantwortbare Vertragsform.
Unsere Rolle wurde mit jeder Phase kleiner, und das war beabsichtigt. In der Konzeptionsphase haben wir Inhalte erarbeitet. In der Umsetzungsphase haben wir vornehmlich strategisch begleitet und gesteuert, während das Zentrum eigene Strukturen aufbaute. Nach der Gründung haben wir vier Arbeitsgruppen mit je einem Workshop initialisiert — mit dem ausdrücklichen Ziel, dass die Mitglieder die Themen danach selbst weiterbearbeiten. Eine Beratung, die in einer Institution unentbehrlich bleibt, hat die Institution nicht aufgebaut.
Die Arbeitsgruppen waren die eigentliche Inbetriebnahme. Ein Verein ist gegründet, wenn er eingetragen ist; er arbeitet, wenn seine Mitglieder in ihm arbeiten. Deshalb bekam jede Arbeitsgruppe einen eigenen Workshop, in dem erste inhaltliche Themen und Ideen eingebracht wurden, statt eine für alle. Vier Gruppen, vier Termine, vier Themenspeicher — und danach vier Gruppen, die einen Grund hatten, sich wieder zu treffen.
Das Ergebnis
Ein eingetragener Verein, der das Zentrum trägt — Mitglieder sind der Bundesverband, seine Regionalverbände und Wohnungsunternehmen der Branche.
Davor vier Leistungsphasen: In der ersten ist aus der Idee eine gemeinsame Lösungsvision geworden, erarbeitet in einem Discovery-Workshop mit den Beteiligten. In der zweiten ist das Lösungskonzept entstanden — ein Organisationskonzept für das Zentrum, ein Konzept für die Onlineplattform der Branche, ein Leistungsspektrum und ein Projektplan mit Meilensteinen, abgestimmt mit einem Fachbeirat. In der dritten und vierten begleiteten wir Aufbau und Umsetzung, vornehmlich auf strategischer Ebene und in der Projektsteuerung: Projektaufsatz, Definition des Projektmanagements, Festlegung der ersten nutzbaren Ausbaustufe, Start der Umsetzungsprojekte, Fortschreibung der Strategie des Zentrums, Anwendertests und Auswertung der Rückmeldungen.
Nach der Gründung ist die inhaltliche Inbetriebnahme gefolgt: vier Arbeitsgruppen sind mit je einem eigenen Workshop initialisiert worden — Digitalisierungsradar, Dokumentenmanagement, neue Kundenansprache und intelligentes Wohnen. Das Zentrum arbeitet seither eigenständig; heute ist rund ein Drittel des Wohnungsbestands der Branche darin vertreten. Durchgeführt in enger Abstimmung mit einem Institut für Wohnungswesen.
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