Zum Inhalt springen
Strategion GmbH

Ein KI-Werkzeug für die Angebots­bearbeitung entwickeln und übergeben

Die Aufgabe

Zu einer Anfrage gehören Dutzende Dokumente, entscheidungs­relevant sind wenige Seiten. Sie zu finden kostet den Vertrieb Zeit, die dort knapp ist.

Kunde
Hersteller von Schaltanlagen
Branche
Energie- und Anlagen­technik
Dauer
rund vierzehn Monate
Ein KI-Werkzeug für die Angebotsbearbeitung entwickeln und übergeben KI-generiert
übergeben

als lauffähiger Container an die eigene IT, mit technischer Dokumentation; nach Auskunft des Unternehmens in der Einführung im Vertrieb

3

Arbeitspakete: Aufnahme und semantische Suche, Weboberfläche mit Rollenkonzept, Auslieferung und Übergabe

2

Sprachfassungen umgesetzt, weil die Anfragen aus Europa, dem Nahen Osten und Asien kommen

Kurz zum Kunden

Unabhängiges Familien­unternehmen der Elektro­technik, seit über sechzig Jahren am Markt. Es entwickelt Schaltanlagen und Systeme, die Industrie­anlagen versorgen, steuern und schützen, für Industrie, Anlagenbau und Energie­versorger weltweit; neben den deutschen Standorten arbeitet es mit Vertriebs­büros und Kooperations­partnern in Europa, im Nahen Osten und in China. Das Geschäft ist Projekt­geschäft: Jede Anfrage bringt umfangreiche Spezifikationen mit, jedes Angebot ist eine technische Einzel­entscheidung. Als Wachstumshemmnis Nummer eins in Deutschland hat das Unternehmen den Fach­kräftemangel benannt.

Unsere Lösung

Der Aufwand lag nicht im Entscheiden, sondern im Suchen. Also war das Suchen die Aufgabe.

Die Aufgabe

Der Anwendungs­fall stammt aus einer Potenzial­analyse im Vertrieb und ist dort der am besten begründete. Zu einer Kundenanfrage oder einer Ausschreibung gehören Dutzende Dokumente mit umfangreichen technischen Spezifikationen; entscheidungs­relevant sind wenige Seiten. Die Dokumente haben keine einheitliche Struktur und keine sprechenden Dateinamen, sodass das Zusammensuchen der Angaben für die Bid- oder No-bid-Entscheidung im Vertrieb Zeit bindet, die dort knapp ist. Die Make-or-Buy-Prüfung fällt auf Make. Beauftragt ist die Entwicklung eines Werkzeugs zur Extraktion der Angaben aus Anfrage­dokumenten, in Sprints, von der fachlichen und technischen Anforderungs­erhebung über das Lösungs­konzept bis zu Produkt­ivsetzung, Übergabe an die eigene IT und Schulung der Mitarbeitenden im Vertrieb. Ein Jahr später folgte auf Grundlage eines gemeinsam abgestimmten Lastenhefts die Architektur für den Dauerbetrieb.

Unser Ansatz

Der Fall kam aus der Analyse, nicht aus dem Katalog. Er war nicht der technisch reizvollste der drei Anwendungs­fälle, sondern der mit der klarsten Begründung: eine Tätigkeit, die täglich anfällt, deren Ergebnis eine Entscheidung ist, und deren Aufwand vollständig im Suchen liegt. Solche Fälle eignen sich für Umsetzungs­projekte, weil der Nutzen am ersten Tag sichtbar ist und niemand ihn erklären muss.

Semantische Suche statt Volltextsuche, weil die Anfragen nicht dieselben Wörter benutzen. In technischen Spezifikationen steht dieselbe Anforderung in jedem Dokument anders. Eine Suche nach Begriffen findet deshalb entweder nichts oder alles. Die Aufnahmestrecke übersetzt die Unterlagen daher in Vektoren, und die Suche arbeitet auf Bedeutungs­nähe mit einer Rangfolge. Das Sprachmodell formuliert erst danach, auf Basis der gefundenen Stellen. Diese Reihenfolge ist der Unterschied zwischen einer belegten Antwort und einer erfundenen.

Zwei Stufen mit einem Jahr Abstand, und die zweite hatte ein Lastenheft. Die erste Beauftragung führte von der Anforderungs­erhebung über das Lösungs­konzept zur Umsetzung im Vertrieb. Für die Architektur des Dauerbetriebs wurde ein Jahr später ein gemeinsam abgestimmtes Lastenheft geschrieben und danach entwickelt. Das ist kein Umweg. Ein Lastenheft für ein KI-System lässt sich sinnvoll erst schreiben, wenn man an einem ersten Stand gesehen hat, welche Fragen die Nutzer wirklich stellen.

Entwickelt wird spezifikations­getrieben, und der Code entsteht KI-gestützt. Am Anfang jeder Umsetzung steht eine Spezifikation: ein versioniertes Dokument, das wie Code geprüft wird, für Technik und Fachbereich gleichermaßen lesbar, in dem Entscheidungen, Sonderfälle und Abwägungen geklärt sind, bevor eine Zeile entsteht. Die Architektur wird nach einem etablierten Rahmenwerk dokumentiert. Der Grund für diese Reihenfolge ist nicht Ordnungsliebe, sondern Prüfbarkeit: Erzeugter Code wächst schneller, als die Zeit reicht, ihn zu lesen. Wer einem Modell nur beschreibt, was er ungefähr will, bekommt schnell Code und bei jedem Durchlauf einen anderen. Die Spezifikation ist zugleich die Dokumentation, die sonst am Ende fehlt — und weil das Werkzeug als lauffähiger Container an die eigene IT ging, ist sie der Teil der Lieferung, der nach uns weiterhilft.

Als Container übergeben, damit die eigene IT es betreiben kann. Die Bewertung der Infrastruktur hatte gezeigt: starker Fokus auf den eigenen Betrieb, erste Erfahrungen mit containerisierten Anwendungen vorhanden. Genau darauf wurde ausgeliefert, mit technischer Dokumentation, Funktions- und Schnittstellen­tests und Unterstützung bei der Einbindung. Ein Werkzeug, das nur beim Dienstleister läuft, erzeugt eine Abhängigkeit, die bei einem Familien­unternehmen mit eigener IT niemand will.

Zwei Sprachen, weil das Geschäft zwei Sprachen hat. Die Anfragen kommen aus Europa, dem Nahen Osten und Asien. Ein Werkzeug, das nur deutsche Unterlagen liest, hilft im halben Geschäft. Die Zweisprachigkeit wurde deshalb ausdrücklich vereinbart, mit einem gedeckelten Rahmen für die notwendigen Anpassungen. Das gehört zur Ehrlichkeit eines solchen Projekts: Ein System, das eine Sprache beherrscht, beherrscht nicht automatisch die zweite.

Das Ergebnis

Ein Werkzeug, das Angebotsspezifikationen und Ausschreibungs­unterlagen liest und das Entscheidungs­relevante strukturiert.

Darunter eine Aufnahmestrecke, die die Unterlagen zerlegt, in Vektoren übersetzt und ablegt; eine semantische Suche mit Rangfolge, die die inhaltlich passenden Stellen findet, statt nach Wörtern zu suchen; ein über einen Inferenzanbieter angebundenes Sprachmodell, das aus den gefundenen Stellen die Antwort formuliert; und Rückkopplungs­schleifen, die nach der Inbetriebnahme gemeinsam mit dem Fachbereich gefahren worden sind.

Darüber eine Weboberfläche zur Verwaltung der Fragen und zur Anzeige der Antworten, mit einem Rollenkonzept für Administration und Nutzung. Ausgeliefert als lauffähiger Container mit technischer Dokumentation, an die eigene IT übergeben, mit Unterstützung bei der Einbindung in die System­landschaft. Deutsch- und englischsprachige Anfragen sind vorgesehen. Nach Auskunft des Unternehmens ist das System fertig implementiert und übergeben und befindet sich in der Einführung im Vertrieb.

Diese Leistungen steckten im Projekt

Weitere Projekte

Alle Referenzen ansehen

Kontakt

Sprechen Sie uns an

Schreiben Sie uns eine Zeile. Wir ordnen Ihre Frage ein und melden uns.

Gespräch vereinbaren

Schreiben Sie uns, worum es geht. Wir melden uns zeitnah.

Lieber zur Kontaktseite