Die Spezifikationsprüfung vermessen und neu entwerfen
Die Aufgabe
Die Prüfung von Kundenspezifikationen bindet hochqualifizierte Fachkräfte und dauert. Woran genau die Zeit vergeht, ist nicht erhoben.
KI-generiert Wochen bei wenigen Stunden reiner Bearbeitungszeit, in der Aufnahme belegt
Abteilungen, durch die eine Spezifikation nacheinander läuft, vom Vertrieb bis zur Produktionsplanung
Schichten der Zielarchitektur: Datenquellen, Interaktionsplattform und Prüfungsagent
Kurz zum Kunden
Hersteller von Halbzeugen und Produkten aus Kupfer, mit eigener Fertigung und einem breiten Produktspektrum für industrielle Abnehmer. Das Geschäft ist Spezifikationsgeschäft: Jeder Kunde bringt eigene Anforderungsdokumente mit, in eigenen Formaten, eigener Struktur und eigener Terminologie, dazu Normen, auf die diese Dokumente verweisen. Ob eine Anforderung herstellbar ist, entscheidet sich im Zusammenspiel von Verfahrenstechnik, Qualitätssicherung und Produktionsplanung, und dieses Wissen liegt zu einem erheblichen Teil in den Köpfen erfahrener Fachkräfte.
Unsere Lösung
Die Frage war nicht, wie das Prüfen schneller wird. Die Frage war, warum zwischen den Prüfschritten Wochen liegen.
Die Aufgabe
Das Unternehmen hat entschieden, Künstliche Intelligenz systematisch für die eigenen Prozesse zu nutzen, und sucht dafür einen Partner ohne eigenes Produktinteresse. Der erste Auftrag ist deshalb bewusst breit: bereits intern diskutierte Ideen aus der Qualitätssicherung auf Umsetzbarkeit prüfen, in einem Ideation-Workshop mit dem Leitungsteam weitere Anwendungsfälle erheben, sie in einem Backlog sammeln und in einem vertiefenden Workshop um betriebswirtschaftliche Kennzahlen ergänzen. Aus diesem Backlog geht ein Fall als der aussichtsreichste hervor: die Prüfung von Kundenspezifikationen. Der zweite Auftrag gilt deshalb genau diesem Prozess. Er soll zuerst gemessen und dann neu entworfen werden, mit einer Bewertung, welche Schritte sich mit Künstlicher Intelligenz sinnvoll unterstützen lassen und welche nicht.
Unser Ansatz
Erst messen, dann entwerfen. Die Aufnahme hat nicht nur die Schritte erfasst, sondern die Zeiten dahinter, und daraus kommt die Zahl, um die sich alles dreht: Die reine Bearbeitung dauert wenige Stunden, der Vorgang insgesamt bis zu achtzehn Wochen. Damit ist klar, dass die Aufgabe nicht heißt, das Prüfen schneller zu machen. Sie heißt, die Zeit zwischen den Schritten zu beseitigen. Das ist ein anderer Auftrag, und ohne die Messung hätte das Projekt den ersten bearbeitet.
Zwei Ebenen, weil zwei Fragen darin stecken. Aufgenommen wurde einmal der gesamte Weg von der Kundenanfrage bis zur Stammdatenpflege und einmal, vertieft, die Machbarkeitsprüfung in den Fachabteilungen. Die erste Ebene zeigt, wo der Vorgang liegen bleibt und wo Varianten unterschiedlich behandelt werden. Die zweite zeigt, woraus die eigentliche fachliche Arbeit besteht. Wer nur die erste aufnimmt, optimiert Übergaben. Wer nur die zweite aufnimmt, automatisiert eine Tätigkeit, die danach weiter drei Wochen auf ihren Beginn wartet.
Nicht alles, was sich lohnt, ist Künstliche Intelligenz. Die Potenzialbewertung trennt ausdrücklich zwischen dem, was Sprachmodelle können, dem, was klassische regelbasierte Automatisierung besser löst, und dem, was schlicht eine Frage des Arbeitsablaufs ist. Ein Teil der Verluste in diesem Prozess entsteht dadurch, dass eine Variante mit läuft und eine zweite ohne. Dafür braucht niemand ein Modell. Diese Trennung sauber zu ziehen ist unbequem, weil sie den Anteil des eigenen Themas kleiner macht, und sie ist der Grund, warum das Soll-Konzept zu den tatsächlichen Abläufen passt.
Die Fachkraft bleibt Prüfer, nicht Empfänger. Der Soll-Prozess ist so entworfen, dass das System vorlegt und der Mensch entscheidet: Ergebnisse werden gezeigt, geprüft, korrigiert und freigegeben. Das ist keine Höflichkeit gegenüber der Belegschaft, sondern die einzige Bauform, die in einem Prozess funktioniert, an dessen Ende eine Zusage an einen Kunden steht. Und sie hat einen zweiten Nutzen: Jede Korrektur ist eine Rückmeldung, aus der die Wissensbasis wächst.
Die Wirtschaftlichkeitsrechnung setzt bewusst niedrig an. Gerechnet wurden ausschließlich direkte Zeitersparnisse in der Machbarkeitsprüfung, ohne die Effekte aus kürzeren Durchlaufzeiten, ohne die Entlastung der Rückfragen und ohne den Wert der gesicherten Wissensbasis. Auf dieser engen Grundlage sinken die Kosten je Machbarkeitsprüfung rechnerisch von etwa auf etwa sechzig Euro, was einem jährlichen Einsparpotenzial im mittleren fünfstelligen Bereich entspricht. Diese Zahlen sind eine Kalkulation und keine Messung, und sie stehen hier genau deshalb ohne Ausschmückung: Eine Rechnung, die knapp kalkuliert und trotzdem aufgeht, überzeugt eine Geschäftsführung mehr als eine, die alles mitnimmt.
Das Ergebnis
Eine Prozessaufnahme auf zwei Ebenen und daraus ein Soll-Konzept mit Zielarchitektur.
Die Aufnahme verfolgt den Weg einer Kundenanfrage von der Erstbearbeitung im Vertrieb über die nacheinander prüfenden Fachabteilungen bis zur Anpassung der Stammdaten und zur Rückmeldung an den Kunden, und sie hält die Zeiten fest: reine Prüfzeit je Fachabteilung zwischen einer Viertelstunde und anderthalb Stunden, Liegezeiten von ein bis drei Wochen vor Bearbeitungsbeginn, von bis zu achtzehn Wochen.
Darunter die Ursachen: fehlende Angaben fallen erst spät auf und unterbrechen den Vorgang; die Prüfung stützt sich stark auf Wissen, das nicht dokumentiert ist; die Spezifikationen verweisen quer aufeinander und auf Normen, und diese Verweise muss heute ein Mensch verfolgen; und jeder Kunde schreibt anders. Daraus das Soll-Konzept: Sprachmodelle für die Informationsgewinnung aus den Dokumenten, kombiniert mit einer strukturierten Wissensbasis über die eigenen Produktionsmöglichkeiten, und eine Zielarchitektur in drei Schichten aus Datenquellen, Interaktionsplattform und Prüfungsagent.
Die Fachkräfte behalten in einer Prüferrolle die Kontrolle über jeden Schritt. Dazu eine Nutzenrechnung, die nur direkte Zeitersparnisse ansetzt, und ein Umsetzungsplan mit schrittweiser Einführung über einen Pilotbetrieb. Der Umsetzungsauftrag folgte.
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