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Strategion GmbH

Die Spezifikations­prüfung vermessen und neu entwerfen

Die Aufgabe

Die Prüfung von Kunden­spezifikationen bindet hochqualifizierte Fachkräfte und dauert. Woran genau die Zeit vergeht, ist nicht erhoben.

Kunde
Hersteller von Kupfer­produkten
Branche
Stahl-, Metall- und Werkstoffindustrie
Dauer
rund acht Monate
Die Spezifikationsprüfung vermessen und neu entwerfen KI-generiert
18

Wochen Gesamtdurchlaufzeit bei wenigen Stunden reiner Bearbeitungs­zeit, in der Aufnahme belegt

4

Abteilungen, durch die eine Spezifikation nacheinander läuft, vom Vertrieb bis zur Produktions­planung

3

Schichten der Ziel­architektur: Datenquellen, Interaktions­plattform und Prüfungsagent

Kurz zum Kunden

Hersteller von Halbzeugen und Produkten aus Kupfer, mit eigener Fertigung und einem breiten Produkt­spektrum für industrielle Abnehmer. Das Geschäft ist Spezifikations­geschäft: Jeder Kunde bringt eigene Anforderungs­dokumente mit, in eigenen Formaten, eigener Struktur und eigener Terminologie, dazu Normen, auf die diese Dokumente verweisen. Ob eine Anforderung herstellbar ist, entscheidet sich im Zusammenspiel von Verfahrens­technik, Qualitäts­sicherung und Produktions­planung, und dieses Wissen liegt zu einem erheblichen Teil in den Köpfen erfahrener Fachkräfte.

Unsere Lösung

Die Frage war nicht, wie das Prüfen schneller wird. Die Frage war, warum zwischen den Prüfschritten Wochen liegen.

Die Aufgabe

Das Unternehmen hat entschieden, Künstliche Intelligenz systematisch für die eigenen Prozesse zu nutzen, und sucht dafür einen Partner ohne eigenes Produkt­interesse. Der erste Auftrag ist deshalb bewusst breit: bereits intern diskutierte Ideen aus der Qualitäts­sicherung auf Umsetzbarkeit prüfen, in einem Ideation-Workshop mit dem Leitungsteam weitere Anwendungs­fälle erheben, sie in einem Backlog sammeln und in einem vertiefenden Workshop um betriebs­wirtschaftliche Kennzahlen ergänzen. Aus diesem Backlog geht ein Fall als der aussichtsreichste hervor: die Prüfung von Kunden­spezifikationen. Der zweite Auftrag gilt deshalb genau diesem Prozess. Er soll zuerst gemessen und dann neu entworfen werden, mit einer Bewertung, welche Schritte sich mit Künstlicher Intelligenz sinnvoll unterstützen lassen und welche nicht.

Unser Ansatz

Erst messen, dann entwerfen. Die Aufnahme hat nicht nur die Schritte erfasst, sondern die Zeiten dahinter, und daraus kommt die Zahl, um die sich alles dreht: Die reine Bearbeitung dauert wenige Stunden, der Vorgang insgesamt bis zu achtzehn Wochen. Damit ist klar, dass die Aufgabe nicht heißt, das Prüfen schneller zu machen. Sie heißt, die Zeit zwischen den Schritten zu beseitigen. Das ist ein anderer Auftrag, und ohne die Messung hätte das Projekt den ersten bearbeitet.

Zwei Ebenen, weil zwei Fragen darin stecken. Aufgenommen wurde einmal der gesamte Weg von der Kundenanfrage bis zur Stammdaten­pflege und einmal, vertieft, die Machbarkeits­prüfung in den Fach­abteilungen. Die erste Ebene zeigt, wo der Vorgang liegen bleibt und wo Varianten unterschiedlich behandelt werden. Die zweite zeigt, woraus die eigentliche fachliche Arbeit besteht. Wer nur die erste aufnimmt, optimiert Übergaben. Wer nur die zweite aufnimmt, automatisiert eine Tätigkeit, die danach weiter drei Wochen auf ihren Beginn wartet.

Nicht alles, was sich lohnt, ist Künstliche Intelligenz. Die Potenzial­bewertung trennt ausdrücklich zwischen dem, was Sprachmodelle können, dem, was klassische regelbasierte Automatisierung besser löst, und dem, was schlicht eine Frage des Arbeits­ablaufs ist. Ein Teil der Verluste in diesem Prozess entsteht dadurch, dass eine Variante mit Werkzeugunterstützung läuft und eine zweite ohne. Dafür braucht niemand ein Modell. Diese Trennung sauber zu ziehen ist unbequem, weil sie den Anteil des eigenen Themas kleiner macht, und sie ist der Grund, warum das Soll-Konzept zu den tatsächlichen Abläufen passt.

Die Fachkraft bleibt Prüfer, nicht Empfänger. Der Soll-Prozess ist so entworfen, dass das System vorlegt und der Mensch entscheidet: Ergebnisse werden gezeigt, geprüft, korrigiert und freigegeben. Das ist keine Höflichkeit gegenüber der Belegschaft, sondern die einzige Bauform, die in einem Prozess funktioniert, an dessen Ende eine Zusage an einen Kunden steht. Und sie hat einen zweiten Nutzen: Jede Korrektur ist eine Rückmeldung, aus der die Wissensbasis wächst.

Die Wirtschaftlichkeits­rechnung setzt bewusst niedrig an. Gerechnet wurden ausschließlich direkte Zeitersparnisse in der Machbarkeits­prüfung, ohne die Effekte aus kürzeren Durchlaufzeiten, ohne die Entlastung der Rückfragen und ohne den Wert der gesicherten Wissensbasis. Auf dieser engen Grundlage sinken die Kosten je Machbarkeits­prüfung rechnerisch von etwa dreihundertdreißig auf etwa sechzig Euro, was einem jährlichen Einspar­potenzial im mittleren fünfstelligen Bereich entspricht. Diese Zahlen sind eine Kalkulation und keine Messung, und sie stehen hier genau deshalb ohne Ausschmückung: Eine Rechnung, die knapp kalkuliert und trotzdem aufgeht, überzeugt eine Geschäfts­führung mehr als eine, die alles mitnimmt.

Das Ergebnis

Eine Prozess­aufnahme auf zwei Ebenen und daraus ein Soll-Konzept mit Ziel­architektur.

Die Aufnahme verfolgt den Weg einer Kundenanfrage von der Erst­bearbeitung im Vertrieb über die nacheinander prüfenden Fach­abteilungen bis zur Anpassung der Stammdaten und zur Rückmeldung an den Kunden, und sie hält die Zeiten fest: reine Prüfzeit je Fachabteilung zwischen einer Viertelstunde und anderthalb Stunden, Liegezeiten von ein bis drei Wochen vor Bearbeitungs­beginn, Gesamtdurchlaufzeiten von bis zu achtzehn Wochen.

Darunter die Ursachen: fehlende Angaben fallen erst spät auf und unterbrechen den Vorgang; die Prüfung stützt sich stark auf Wissen, das nicht dokumentiert ist; die Spezifikationen verweisen quer aufeinander und auf Normen, und diese Verweise muss heute ein Mensch verfolgen; und jeder Kunde schreibt anders. Daraus das Soll-Konzept: Sprachmodelle für die Informations­gewinnung aus den Dokumenten, kombiniert mit einer strukturierten Wissensbasis über die eigenen Produktions­möglichkeiten, und eine Ziel­architektur in drei Schichten aus Datenquellen, Interaktions­plattform und Prüfungsagent.

Die Fachkräfte behalten in einer Prüferrolle die Kontrolle über jeden Schritt. Dazu eine Nutzenrechnung, die nur direkte Zeitersparnisse ansetzt, und ein Umsetzungs­plan mit schrittweiser Einführung über einen Pilotbetrieb. Der Umsetzungs­auftrag folgte.

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