Die Arbeit des Außendienstes in einer App zusammenführen
Die Aufgabe
Der Außendienst dokumentiert in der einen Anwendung und sucht Informationen in der anderen, dazu Dateiserver, Cloud, Tabellen und Hersteller-Apps.
KI-generiert Werkzeuge, mit denen der Außendienst für einen einzigen Auftrag arbeitete, vom ERP bis zur Hersteller-App
Aufträge im Jahr laufen durch diesen Ablauf
Stufen in den Anforderungen: was die Anwendung können muss, soll und kann
Kurz zum Kunden
Serviceunternehmen für Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik, seit fast hundert Jahren am Markt. Es wartet, repariert, regelt und inspiziert Klimaanlagen und berät Industrie, Gewerbe und Privathaushalte, dazu Reinraum und Hygiene. Rund sechzehntausend Aufträge im Jahr, ausgeführt von einem Außendienst, der mobil arbeitet. Das Haus versteht sich als Vorreiter der Branche und hat sich mit dieser Haltung Vorsprung verschafft, aber auch Risiken eingehandelt: Vorhaben starteten schnell und gerieten unter Zeitdruck.
Unsere Lösung
Das Haus hatte selbst vorgearbeitet. Gesucht war kein Dienstleister, der übernimmt, sondern ein Gegenüber, das prüft.
Die Aufgabe
Das Unternehmen hat seine Digitalisierung selbst in die Hand genommen. Eine Bestandsaufnahme der eingesetzten Systeme, ein Glossar und zwei Arbeitsversionen einer Digitalisierungs-Landkarte liegen vor. Gesucht ist kein Dienstleister, der das übernimmt, sondern ein Gegenüber, das die eigenen Pläne prüft. Der erste Auftrag ist deshalb ein Expertenfeedback auf diese Landkarte, aus dem eine erste Fassung eines Soll-Geschäftsmodells hervorgeht. Daraus wiederum ergab sich der eigentliche Gegenstand. Der Außendienst arbeitet für einen einzigen Auftrag mit einer selbst entwickelten App, der mobilen Lösung des ERP-Systems, einem Dateiserver, einer Cloud, Tabellen und den Apps der Hersteller. Eine Anwendung dokumentierte die Durchführung, eine andere lieferte die Informationen dazu. Der Auftrag ist, die Anforderungen an eine Anwendung zu erheben, die beides zusammenführt, und sie so aufzuschreiben, dass sie ausgeschrieben werden kann.
Unser Ansatz
Ein Gegenüber, keine Übernahme. Das Haus koordinierte seine Digitalisierung intern und hatte eigene Vorstellungen zu Papier gebracht. In dieser Lage ist der Reflex einer Beratung, ein eigenes Konzept danebenzustellen. Wir haben stattdessen das vorhandene geprüft und daraus mit dem Kunden ein Soll-Geschäftsmodell entwickelt. Das ist unbequemer, weil man mit dem arbeiten muss, was da ist, und es ist der einzige Weg, der die Leute im Haus mitnimmt, die diese Arbeit schon geleistet haben.
Sechs Werkzeuge für einen Auftrag sind kein Werkzeugproblem. Der Außendienst dokumentierte in der einen Anwendung und suchte Informationen in einer anderen, holte Anleitungen vom Dateiserver, erfasste Messwerte in Tabellen und rief die App des Herstellers auf. Jeder Wechsel kostet Zeit, und jeder Wechsel ist eine Stelle, an der etwas nicht dokumentiert wird. Die Aufgabe war deshalb nicht, ein weiteres Werkzeug hinzuzufügen, sondern die Anforderungen so zu fassen, dass ein Werkzeug die anderen ersetzt.
Die Zielgruppe steht im Lastenheft, wie sie ist. Dort ist ausdrücklich festgehalten, dass die Nutzer ausgebildete Handwerker und Auszubildende sind, die in der Regel nicht von sich aus digital arbeiten, die pragmatische Lösungen bevorzugen und für die Veränderung eine Zumutung ist. Diesen Satz in eine Vergabegrundlage zu schreiben, ist keine Abwertung, sondern eine Anforderung an jeden Anbieter, der darauf antwortet. Software, die für diese Nutzer entwickelt wird, sieht anders aus als Software, die für eine Produktvorführung entwickelt wird.
Das Ziel war ausdrücklich Freiwilligkeit. Im Lastenheft steht, die Anwendung solle so gut sein, dass ihre Nutzung alternativlos wird. Das ist eine bemerkenswerte Formulierung für ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern ein Werkzeug auch einfach vorschreiben könnte. Sie verschiebt die Messlatte: Nicht die Einführung entscheidet über den Erfolg, sondern die Frage, ob die Leute die Anwendung nach drei Monaten noch benutzen.
Muss, soll, kann, und zwar vor der Ausschreibung. Anforderungen ohne Priorität führen dazu, dass Anbieter über den Preis vergleichbar werden, aber nicht über die Sache. Mit der Einstufung wird sichtbar, wo ein Angebot verzichtet und wo es zusätzlich liefert. Das Lastenheft ist deshalb als bindende Grundlage geschrieben, aus der ein Anbieter sein Pflichtenheft ableiten kann. Auf dieser Grundlage hat das Unternehmen dann selbst ausgewählt und eingeführt.
Das Ergebnis
Ein Lastenheft, das als Vergabegrundlage taugt.
Es beschreibt die Ausgangslage mit allen sechs Werkzeugen, die heute nebeneinander benutzt werden, benennt die Zielgruppe ehrlich als Handwerker, die nicht von sich aus digital arbeiten, und führt die Anforderungen in drei Stufen: was die Anwendung können muss, was sie können soll und was sie können kann. Auf der Muss-Seite steht die vollständige Auftragsdokumentation: Material aus den Stammdaten und von Hand, Arbeitszeiten mit automatischer Spesenberechnung und für Kollegen mit erfasst, Zuschläge nach Regelwerk, Fahrtpauschalen, Unterschrift von Kunde und Monteur, Beschreibungen, Bilder, Bemerkungen für den Innendienst.
Auf der Soll-Seite die Dinge, die aus der Dokumentation eine Arbeitshilfe machen: Störungen aufnehmen und weiterleiten, Messwerte nach Regelwerk erfassen samt Blick auf die Werte des Vorjahres, Warnung bei überzogenen Planstunden. Dazu eine Anforderungsübersicht, die jede Anforderung ihrer Stufe zuordnet, und ein Termin zu Architektur, Bewertung der Technologieoptionen und weiterem Vorgehen. Auf dieser Grundlage hat das Unternehmen anschließend ein System eingeführt. Die Einführung selbst haben wir nicht begleitet.
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