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Strategion GmbH

Den Zeitverbrauch im Vertrieb vor dem KI-Einsatz messen

Die Aufgabe

Der Fach­kräftemangel bremst das Wachstum, und KI steht als Antwort im Raum. Wo im Vertrieb die Zeit tatsächlich hingeht, ist nicht erhoben.

Kunde
Hersteller von Schaltanlagen
Branche
Energie- und Anlagen­technik
Dauer
sieben Beratertage mit Präsenzphase
Den Zeitverbrauch im Vertrieb vor dem KI-Einsatz messen
23 %

der Vertriebszeit gehen in vertriebs­ferne Tätigkeiten, gemessen über die Rückmeldungen der Mitarbeiter

961

Stunden Tätigkeits­rückmeldung aus zehn Arbeits­plätzen über rund vierzehn Tage, ausgewertet nach Kategorien

3

Anwendungs­fälle am Ende, jeder mit eigener Begründung aus Erhebung, Interviews und Prozess-Workshop

Kurz zum Kunden

Unabhängiges Familien­unternehmen der Elektro­technik, seit über sechzig Jahren am Markt. Es entwickelt Schaltanlagen und Systeme, die Industrie­anlagen versorgen, steuern und schützen, für Industrie, Anlagenbau und Energie­versorger weltweit; neben den deutschen Standorten arbeitet es mit Vertriebs­büros und Kooperations­partnern in Europa, im Nahen Osten und in China. Das Geschäft ist Projekt­geschäft: Jede Anfrage bringt umfangreiche Spezifikationen mit, jedes Angebot ist eine technische Einzel­entscheidung. Als Wachstumshemmnis Nummer eins in Deutschland hat das Unternehmen den Fach­kräftemangel benannt.

Unsere Lösung

Eine Liste möglicher KI-Anwendungen ist schnell erstellt. Erst die gemessene Zeit sagt, welche davon sich lohnt.

Die Aufgabe

Das Unternehmen will wachsen, ohne die Mitarbeiter­zahl im gleichen Maß zu erhöhen, und hat den Fach­kräftemangel als sein erstes Wachstumshemmnis benannt. Künstliche Intelligenz steht als Antwort im Raum. Was fehlt, ist die Grundlage für eine Entscheidung: Wo im Vertrieb und im Vertrags­management die Zeit tatsächlich hingeht, ist nicht erhoben, und ob die Ursachen technischer oder organisatorischer Natur sind, ist offen. Der Auftrag beginnt deshalb mit einem Workshop im Haus, der einen gemeinsamen Wissensstand über Möglichkeiten und Grenzen von KI herstellen und erste Anwendungs­fälle aus den Funktions­bereichen sammeln soll. Der zweite Auftrag folgte im November: eine Potenzial­analyse in Vertrieb und Vertrags­management, sieben Beratertage, mit vier Präsenztagen im Dezember.

Unser Ansatz

Zuerst messen, dann über Technologie reden. Zehn Mitarbeiter haben über zwei Wochen zurückgemeldet, womit sie ihre Zeit verbringen. Das ergab 961 Stunden in Kategorien, und daraus die Zahl, um die es geht: Über dreiundzwanzig Prozent der Vertriebszeit sind vertriebsfern. Ohne diese Erhebung wäre das Gespräch bei Werkzeugen geblieben, denn Werkzeuge kann man vorführen und Zeitverluste nicht. Mit ihr steht am Anfang eine Zahl, gegen die sich jede spätere Maßnahme rechnen lässt.

Lean und KI in einer Analyse, weil die Ursachen gemischt sind. Ein Teil der Verluste ist Organisation: wiederkehrende interne Klärungen, unklare Aufgaben und Befugnisse, vier verschiedene Nummernkreise für denselben Vorgang, schlecht auffindbare Dokumente. Ein anderer Teil ist Technologie: Systeme, die nicht miteinander sprechen, Kalkulationen in Tabellen, hoher Aufwand für Daten- und Preispflege. Wer nur die KI-Seite prüft, kauft Werkzeuge für Probleme, die Organisation heißen. Genau dieser Gedanke kam auch aus den Interviews im Haus: erst die eigene Basis ordnen, dann Schritte überspringen.

Zwei Reifegrade, zwei Fragebögen, ein Vergleichsmaßstab. Der Lean-Reifegrad lief über einen standardisierten Fragebogen mit zweiundachtzig offenen und geschlossenen Fragen über sieben Handlungs­felder, von Vertriebs­strategie und Vertriebs­prozess über Führung und Kunden­beziehungs­management bis zur Qualifizierung. Der KI-Reifegrad lief über einen zweiten Fragebogen und sieben Bereiche. Beide wurden gegen einen Benchmark gestellt. Der Zweck einer Reifegrad­bewertung ist nicht die Note. Er ist die Reihenfolge: Sie zeigt, welches Feld zuerst in Ordnung gebracht werden muss, damit das nächste überhaupt gelingen kann.

Die Stellhebelabfrage holt die dazu, die nicht im Raum saßen. Fünfzehn Mitarbeitende und Führungs­kräfte haben jedes Handlungsfeld auf einer Skala bewertet, und zwar zweifach: nach Effizienz­potenzial und nach Umsetzungs­wahrscheinlichkeit. Die zweite Achse ist die entscheidende. Ein Feld mit hohem Potenzial und niedriger Umsetzungs­wahrscheinlichkeit ist kein Startpunkt, sondern eine spätere Aufgabe. Wer beides in einer Note zusammenzieht, startet regelmäßig mit dem Thema, das am längsten dauert.

Am Ende drei Anwendungs­fälle, und jeder trägt eine eigene Begründung. Der Abgleich zweier Dokumentversionen bindet rund zehn Prozent der Kapazität im Vertrags­management, das ist die Zahl, die diesen Fall begründet. Bei der Auswertung von Anfrage­dokumenten geht es um Dutzende Dateien je Anfrage, von denen nur wenige Seiten für die Bid- oder No-bid-Entscheidung zählen, und um die Zeit, sie zu finden. Allgemeine KI-Werkzeuge für Texte und Übersetzungen bringen dagegen sofort spürbare Erleichterung, brauchen aber Leitplanken. Aus dem ersten dieser Fälle wurde das Umsetzungs­projekt, aus dem dritten der Auftrag für Leitlinien und Governance.

Das Ergebnis

Eine Analyse, die messbar macht, was vorher Eindruck war.

Eine Funktions­analyse über rund vierzehn Tage, an der zehn Mitarbeiter ihre Tätigkeiten zurückmeldeten: 961 Stunden, aufgeteilt nach Angebots­management, Kundenkontakt, Kunden­management, Management und Support, Reisebuchungen und Sonstigem. Ergebnis: Über dreiundzwanzig Prozent der Zeit gehen in vertriebs­ferne Tätigkeiten, und die vertriebs­nahen sind von Rücksprachen geprägt. Dazu eine Stellhebelabfrage bei fünfzehn Mitarbeitenden und Führungs­kräften, getrennt nach Effizienz­potenzial und Umsetzungs­wahrscheinlichkeit; ein Lean-Reifegrad über vier Experteninterviews à zwei Stunden mit einem standardisierten Fragebogen über sieben Handlungs­felder, verglichen mit einem Benchmark aus dem Maschinenbau; ein KI-Reifegrad über sieben Bereiche von Personal und Daten bis Ethik und Regulierung; die Aufnahme der System­landschaft; und ein Prozess-Workshop mit Außendienst, Vertrieb, Vertriebs­assistenz und Vertrags­management entlang einer Produktgruppe.

Am Ende zehn Kernaussagen und drei Anwendungs­fälle: die Extraktion der entscheidungs­relevanten Angaben aus Anfrage­dokumenten, der Abgleich zweier Dokumentversionen, der rund zehn Prozent der Kapazität im Vertrags­management bindet, und allgemeine KI-Werkzeuge für den Arbeitsalltag im Vertrieb.

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