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Strategion GmbH

Den Klinikneubau KI-tauglich planen

Die Aufgabe

Was in der Ausführungs­planung fehlt, kostet später ein Vielfaches. Ein Datenpunkt im Leistungs­verzeichnis kostet fast nichts.

Kunde
Kommunales Großklinikum
Branche
Facility Management
Dauer
zehn Monate, laufend
Den Klinikneubau KI-tauglich planen
in der Ausschreibung

die Sensorik- und Daten­anforderungen sind in Planungs­unterlagen und Leistungs­verzeichnisse eingegangen, statt später nachgefordert zu werden

6

Arbeitspakete von der Sichtung der Planungs­unterlagen bis zur Abschluss­dokumentation

4

Planungs­beteiligte, mit denen die Schnittstellen geklärt wurden: Projekt­steuerung, Generalplaner, Fachplaner und der Betriebs­dienstleister

Kurz zum Kunden

Kommunales Großklinikum, das größte Krankenhaus seiner Region und Versorger für rund anderthalb Millionen Menschen. Der technische Betrieb liegt beim eigenen Facility Management: Raumluft, Wärme, Kälte, Strom, Medizin­technik-Umfeld — Anlagen, deren Ausfall keine Unbequemlichkeit ist, sondern ein Versorgungs­problem. Das Haus entwickelt gerade einen neuen Gebäudeteil und hat sich vorgenommen, sein Facility Management nicht nebenbei zu digitalisieren, sondern als eigenes Vorhaben — mit Künstlicher Intelligenz von Anfang an im Entwurf und nicht als Aufsatz.

Unsere Lösung

Ein Datenpunkt ist im Leistungs­verzeichnis fast umsonst und nach der Inbetriebnahme teuer. Deshalb entscheidet sich KI im Gebäude­betrieb in der Bauplanung.

Die Aufgabe

Aus einer Analyse des Instandhaltungs­prozesses ist klar geworden, woran KI im Gebäude­betrieb am häufigsten scheitert, und es ist nicht das Modell. Es fehlen schlicht die Sensoren und die Datenpunkte. Eine Auswertung kann nur so gut sein wie die Datenlage, auf der sie arbeitet. Gleichzeitig ist ein neuer Gebäudeteil in der Ausführungs­planung — also in genau dem Fenster, in dem sich das kostenlos entscheiden lässt. Ein zusätzlicher Datenpunkt, der ohnehin kommunikativ verfügbar ist und nur freigeschaltet werden muss, kostet einen Bruchteil eines nachträglich eingebauten Sensors. Nach der Inbetriebnahme kehrt sich das Verhältnis um. Die Aufgabe ist deshalb terminlich hart und organisatorisch unbequem: die Anforderungen des künftigen KI-Systems in die laufende Planung eines Konsortiums einzubringen, das aus Projekt­steuerung, Generalplaner, Fachplanern und dem Betriebs­dienstleister besteht und seine eigene Taktung hat.

Unser Ansatz

Der einzige billige Zeitpunkt ist jetzt. Solange geplant wird, ist ein zusätzlicher Datenpunkt eine Zeile im Leistungs­verzeichnis. Nach der Abnahme ist er eine Baustelle im laufenden Krankenhaus­betrieb, mit Zugang zu Technikräumen, Stillständen und Sonderfreigaben. Deshalb war dieses Projekt terminlich getrieben und nicht inhaltlich: Es musste in das Planungs­fenster passen, das sich nicht verschieben lässt.

Wir planen mit, wir planen nicht anstelle. Die Übersetzung fachlicher Anforderungen in Komponenten und Positionen bleibt beim Fachplaner, der dafür ausgebildet und haftbar ist. Unser Beitrag ist die qualitative Beschreibung dessen, was ein späteres KI-System an Daten braucht — und die Hartnäckigkeit, diese Beschreibung so lange durch die Abstimmungs­runden zu tragen, bis sie in der Ausschreibung steht. Diese Rollenteilung ist die Bedingung dafür, dass ein Planungs­konsortium einen zusätzlichen Beteiligten überhaupt akzeptiert.

Der Unterschied zwischen freischalten und nachrüsten ist der ganze Verhandlungs­hebel. Viele Datenpunkte sind in modernen Anlagen technisch längst vorhanden und müssen nur kommunikativ zugänglich gemacht werden; andere brauchen tatsächlich neue Sensorik. Zwischen beiden liegt in der Größenordnung ein Faktor. Deshalb wurde für jede Anlagengruppe geprüft, welche Größen ohnehin da sind — und die Liste der wirklich neuen Punkte damit kurz und begründbar gehalten. Wer diese Unterscheidung nicht macht, argumentiert gegen ein Budget statt für eine Datenlage.

Ein Anwendungs­fall als Maßstab, damit die Anforderungen nicht abstrakt werden. Eine Liste gewünschter Datenpunkte lässt sich beliebig verlängern und wird genau deshalb gestrichen. Ein benannter Anwendungs­fall — hier die Unterstützung von Inspektions­rundgängen — zwingt zu der Frage, welcher Punkt wofür gebraucht wird. Damit ist jede Position begründbar, und das ist in einer öffentlichen Ausschreibung nicht Kür, sondern Voraussetzung.

Planung und Systemkonzeption liefen parallel und speisten sich gegenseitig. Erkenntnisse aus der Konzeption des Zielsystems flossen zurück in die Definition der Sensorik, während die planerischen Randbedingungen bestimmten, was das Zielsystem überhaupt annehmen darf. Nacheinander hätte beides nicht funktioniert: Ein fertiges Systemkonzept käme für die Ausschreibung zu spät, eine fertige Planung ließe dem System keine Wahl mehr.

Das Ergebnis

Sensorik- und Daten­anforderungen, die in Planungs­unterlagen und Leistungs­verzeichnisse eingegangen sind, erarbeitet in sechs Arbeits­paketen.

Zuerst die Sichtung und Strukturierung der Planungs­unterlagen: vorhandene Datenpunkte, Verkabelungs- und Verteiler­strukturen, daraus eine strukturierte Ausgangsbasis. Dann die Schnittstellen­klärung mit allen Beteiligten in Koordinations- und Fachworkshops, mit festgelegten Zuständigkeiten, Datenformaten und Anschlussstellen. Darauf die eigentliche Arbeit: die Definition zusätzlicher Datenknoten und Sensor­anschlüsse für das künftige System, verortet in der Planung, mit dokumentierten Anforderungen an Verkabelung, Energie­versorgung und Schnittstellen.

Diese Anforderungen sind anschließend in technische Beschreibungen für die Ausschreibung übersetzt und auf fachliche Vollständigkeit geprüft worden. Dazu laufende Qualitäts­sicherung zwischen Planung, Ausschreibung und konzeptionellem Zielbild, eine Abschluss­dokumentation mit den konsolidierten Anforderungen und die Projekt­steuerung über die gesamte Laufzeit. Als Maßstab dient durchgehend ein konkreter Anwendungs­fall — die Unterstützung von Inspektions­rundgängen —, damit die Anforderungen nicht abstrakt bleiben.

Ergänzend ist eine anlagenweise Aufstellung der Daten­anforderungen für vorausschauende Instandhaltung entstanden, geordnet nach Kostengruppen von der Wärme­versorgung über die Raumluft­technik bis zu Kälte- und Elektro­anlagen.

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