Den Helpdesk in einen KI-Assistenten überführen
Die Aufgabe
Die Antwort steht im Helpdesk. Sie zu finden ist das Problem — und jede vergebliche Suche endet als Anruf beim Support.
der Assistent ist Bestandteil der ausgelieferten Software und steht deren Anwendern zur Verfügung
werden geänderte Hilfedokumente im Hintergrund neu verarbeitet, ohne Betriebsunterbrechung
Rückmeldeweg direkt in der Anwendung: bestätigen oder die Fundstelle nennen, die gefehlt hat
Kurz zum Kunden
Anbieter von Software für Steuerberatung und Buchhaltung, seit Jahrzehnten am Markt. Das System ist die Datendrehscheibe einer Kanzlei: Belege, Buchungen, Stammdaten, Steuererklärungen, die Übermittlung an die Finanzverwaltung und die Kommunikation mit den Mandanten laufen darüber. Die Anwender sind mit dem System langjährig vertraut und arbeiten sehr unterschiedlich damit — was hohe Flexibilität verlangt und eine entsprechende Komplexität erzeugt. Entwickelt wird von einer eigenen Abteilung mit rund fünfzig Personen, während das gesamte System schrittweise von einer auf eine andere umgestellt wird.
Unsere Lösung
Anwender, die ihr System seit zwanzig Jahren kennen, wollen keine neue Oberfläche. Sie wollen die Antwort, die sie ohnehin gesucht hätten.
Die Aufgabe
Der Hilfebestand des Hauses ist groß und gut gepflegt, und trotzdem finden Anwender die Antwort oft nicht: Die Inhalte sind schwer auffindbar, weil man wissen muss, wie sie benannt sind. Für einen Softwareanbieter ist das doppelt teuer — die Anwender verlieren Zeit, und was sie nicht finden, landet beim Support. Eine Besonderheit prägte die Lösung von Anfang an: Die Anwender arbeiten seit vielen Jahren mit diesem System, ihre Arbeitsweisen und Klickwege sind sehr verschieden, und größeren Umstellungen stehen sie ausgesprochen zurückhaltend gegenüber. Verbesserungen müssen deshalb im Hintergrund geschehen und nicht durch das Ablösen oder Umbauen von Modulen. Gesucht ist also keine neue Oberfläche, sondern ein Zugang zum vorhandenen Wissen, der niemandem etwas wegnimmt.
Unser Ansatz
Im Hintergrund verbessern, nicht im Vordergrund umbauen. Die Zurückhaltung der Anwender gegenüber Systemänderungen war keine Randbedingung, sondern die Gestaltungsvorgabe. Deshalb ersetzt der Assistent keine Bedienung und ändert keinen Ablauf; er legt sich über einen Bestand, den es ohnehin gibt. Wer ihn nicht benutzt, merkt nichts. Das ist bei langlebiger Fachsoftware der einzige Weg, eine Neuerung einzuführen, ohne die treuesten Kunden gegen sich aufzubringen.
Jede Antwort verlinkt ihre Quelle. Das ist im Steuerumfeld keine Höflichkeit, sondern Voraussetzung: Wer eine Auskunft aus der Dokumentation in einer verwendet, muss sie nachlesen können. Ein Assistent, der plausibel klingt und keine Quelle nennt, wird in diesem Umfeld nach der ersten Nachprüfung nicht mehr benutzt.
Die erste Fassung hieß erste Fassung. Sie lief intern, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass sie Lücken hat und zeitweise nicht erreichbar sein kann. Diese Ehrlichkeit hat einen praktischen Zweck: Sie macht aus Enttäuschung Rückmeldung. Wer weiß, dass er ein System in Entwicklung benutzt, meldet den fehlenden Inhalt, statt das Werkzeug abzuschreiben.
Die Rückmeldung war Teil der Anwendung, nicht ein Formular daneben. Zu jeder Antwort gab es eine Bestätigung oder eine Meldung, und im zweiten Fall die Adresse der Seite, auf der die vermisste Information tatsächlich steht. Damit kommt genau das zurück, was zur Verbesserung fehlt — nicht ein Unmutsvermerk, sondern eine prüfbare Fundstelle.
Täglich nachziehen, ohne Unterbrechung. Ein Hilfebestand, der gepflegt wird, veraltet in einem Assistenten sofort, wenn die Verarbeitung ein manueller Schritt bleibt. Deshalb läuft sie einmal täglich im Hintergrund und im laufenden Betrieb. Was am Vortag geschrieben wurde, ist am nächsten Tag auffindbar, und niemand muss daran denken.
Das Ergebnis
Ein KI-Assistent, der heute Bestandteil der ausgelieferten Software ist.
Der Anwender formuliert seine Frage frei; das System zerlegt die Hilfedokumente vorab in Textabschnitte, übersetzt sie in Bedeutungsvektoren und legt diese in einer Vektordatenbank ab. Zu einer Frage sucht es die inhaltlich passenden Abschnitte — auch wenn sie anders formuliert sind als die Frage — und ein Sprachmodell formuliert daraus eine Antwort, die auf die Quelle in der Dokumentation verlinkt. Geänderte oder neue Hilfedokumente werden einmal täglich im Hintergrund neu verarbeitet, ohne dass die Nutzung unterbrochen wird.
Davor steht eine erste einsatzfähige Fassung im internen Betrieb, ausdrücklich als solche benannt, mit einer eingebauten Rückmeldeschleife: Wer eine gute Antwort bekommt, bestätigt sie; wer eine vermisst, gibt die Adresse der Hilfeseite an, auf der die Information steht. Aus diesen Rückmeldungen ist der Assistent geschärft worden, bevor er ins Produkt gegangen ist. Zur Auslieferung gehört ein Hilfetext, der den Anwendern erklärt, wie das System zu seiner Antwort kommt.
Diese Leistungen steckten im Projekt
Weitere Projekte
Alle Referenzen ansehen


Kontakt
Sprechen Sie uns an
Schreiben Sie uns eine Zeile. Wir ordnen Ihre Frage ein und melden uns.
