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Strategion GmbH

Das Management einer Genossenschaft an KI heranführen und Business Cases ableiten

Die Aufgabe

Vier Geschäfts­felder, einunddreißig Standorte, ein Thema. Und die Frage, wie schnell man dabei sein darf, ohne sich zu übernehmen.

Kunde
Handels­genossenschaft
Branche
Agrar- und Ernährungs­wirtschaft sowie Landtechnik
Dauer
KI-Tag und Ausarbeitung
Das Management einer Genossenschaft an KI heranführen und Business Cases ableiten
dreiphasig

ist die Umsetzungs­empfehlung: erst Governance und Schulung, dann ein Leuchtturm neben der Datenqualität, dann die schrittweise Ausrollung

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Anwendungs­fälle über sämtliche Geschäfts­felder erhoben — von der Agrardisposition über die Buchhaltung bis in Vertrieb und Marketing

Datenqualität zuerst

lautet der zentrale Befund: Viele Anwendungs­fälle scheitern nicht am Modell, sondern an Daten, die nicht zusammenpassen

Kurz zum Kunden

Ein genossenschaftlich organisiertes Handels- und Dienst­leistungs­unternehmen mit über hundertfünfundzwanzig Jahren Geschichte, einunddreißig Standorten und rund dreihundertdreißig Mitarbeitenden. Die Geschäfts­felder reichen vom Agrarhandel über die Energie­versorgung und den Baustoff­handel bis zu Märkten für Haus, Garten und Tierbedarf. Vier Geschäfte, eine Verwaltung, ein Waren­wirtschafts­system — und dazwischen die Prozesse, um die es hier geht.

Unsere Lösung

Der wichtigste Satz des Tages war nicht, was KI kann. Es war, was vorher stimmen muss.

Die Aufgabe

Ein genossenschaftlich organisiertes Handels- und Dienst­leistungs­unternehmen will sich dem Thema Künstliche Intelligenz methodisch nähern. Es vereint Agrarhandel, Energie­versorgung, Baustoff­handel und Einzel­handels­märkte. Die Formulierung des Auftrags ist bemerkenswert genau: Das Management soll befähigt werden, den Umgang mit KI richtig einzuschätzen und sie mit Augenmaß und der für das Unternehmen angepassten Geschwindigkeit in die Geschäfts­prozesse zu integrieren. Nicht schnell, nicht umfassend — angemessen. Das ist die schwierigere Aufgabe, weil sie eine ehrliche Einschätzung verlangt, wo das Unternehmen steht, und nicht nur eine Liste dessen, was möglich wäre. Dazu kommt die Besonderheit dieses Hauses: Vier sehr verschiedene Geschäfts­felder an einunddreißig Standorten haben wenig gemeinsam außer der Verwaltung — und genau dort, in den durchgehenden Prozessen, liegt der Hebel.

Unser Ansatz

Das Management bewertet selbst, wir liefern die Struktur. Die Anwendungs­fälle sind in moderierten Kleingruppen von den Führungs­kräften selbst erarbeitet und anschließend von ihnen selbst nach Dringlichkeit und Umsetzbarkeit bewertet worden. Eine externe Rangfolge hätte in derselben Zeit vorgelegen und wäre im Alltag nicht verteidigt worden. Wer die Reihenfolge selbst bestimmt hat, erklärt sie im eigenen Haus.

Der zentrale Befund war kein Anwendungs­fall, sondern die Datenlage. Auffällig viele der erhobenen Fälle deuteten auf dasselbe hin: Daten, die zwischen Waren­wirtschaft, Kunden­verwaltung und weiteren Systemen nicht zusammenpassen, Preise, die nicht überall gepflegt sind, Auswertungen, die über Nacht aus einer Datenbank geladen werden müssen. Solange das so ist, begrenzt nicht das Modell den Nutzen, sondern die Eingabe. Diesen Satz auszusprechen kostet einen Berater den bequemen Abschluss und ist der eigentliche Wert des Tages.

Die Empfehlung beginnt mit Governance, nicht mit einem Piloten. Der übliche Rat lautet, klein anzufangen und ein Leuchtturm­projekt zu starten. Hier steht die Governance samt Schulung an erster Stelle, das Leuchtturm­projekt an zweiter — und ausdrücklich parallel zu Maßnahmen an der Datenqualität. Der Grund ist nüchtern: In einem Haus mit einunddreißig Standorten entscheidet nicht die Technik über die Ausbreitung, sondern die Frage, wer entscheiden darf und wer geschult ist.

Als Leuchtturm empfohlen wurde der unspektakulärste Fall. Nicht der mit dem größten Potenzial, sondern der, der auf der vorhandenen System­infra­struktur aufsetzt, schnell umsetzbar ist und sofort messbare Ergebnisse liefert: die automatische Erkennung von Fehlbuchungen in der Buchhaltung. Ein erstes Vorhaben hat eine einzige Aufgabe — Vertrauen zu erzeugen. Alles andere kommt danach.

Die Anwendungs­fälle hängen zusammen, und das steht auch so drin. Die automatische Rechnungs­prüfung profitiert unmittelbar von gepflegten Einkaufs­preisen; das sprachgesteuerte Berichtswesen profitiert von allen anderen als Datenquelle. Solche Abhängigkeiten sichtbar zu machen ist der Unterschied zwischen einer Liste und einer Reihenfolge — und sie sind der Grund, warum ein gemeinsamer Zuschnitt hier wirtschaftlicher ist als vierzehn Einzel­entscheidungen.

Das Ergebnis

Ein interner KI-Tag mit dem Management und ein Ergebnis­dokument.

Am Vormittag die Einordnung: was KI im Unternehmens­kontext realistisch leistet, wo ihre Grenzen liegen und welche Rahmenbedingungen eine Einführung braucht. Danach die Erhebung in moderierten Kleingruppen entlang unserer Use-Case-Canvas, die jeden Fall in drei Feldern festhält: den Ausgangspunkt aus Problem, Technologie oder Datenbasis, den konkreten Lösungsansatz und das angestrebte messbare Ergebnis. Vierzehn Anwendungs­fälle sind so entstanden, über sämtliche Bereiche verteilt — von der Priorisierung von Agrar-Service­aufträgen über Tourenplanung, Einkaufs­preispflege und Fehlbuchungs­erkennung bis zu Wareneingangskontrolle, Telefonbestellung und Vertriebs­steuerung.

Die Teilnehmenden haben selbst bewertet, was dringlich und realistisch ist; vier Fälle sind daraus zu vollständigen Business Cases ausgearbeitet worden, jeder mit Problem, Zielsetzung, Ist-Zustand, Nutzen, Lösungs­ansätzen, betroffenen Prozessen, Zeithorizont, erwartetem Ertrag und benötigten Ressourcen. Am Ende eine dreiphasige Umsetzungs­empfehlung — und ein Befund, der wichtiger ist als jeder einzelne Anwendungs­fall.

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