Cloudbasierte Geschäftsmodelle für die Prüfung vergleichen
Die Aufgabe
Datenanalyse in der Prüfung verlangt Investitionen mit Fixkostencharakter. Für die kleine Kanzlei ist das nicht tragbar — für Anbieter nur, wenn genug mitmachen.
auswertbare Datensätze aus einer Befragung des Berufsstands, erhoben online und an Informationsständen am Rande der Fachtagungen
Auswertungsstrategien: explorativer Gruppenvergleich, Technologieakzeptanzmodell, qualitative Inhaltsanalyse der Freitextantworten
Veröffentlichungsstufen — Fachaufsatz mit den explorativen Ergebnissen, danach die Langfassung über achtzig Seiten für die
Kurz zum Kunden
Berufsverband der Wirtschaftsprüfer. Er vertritt die Interessen des Berufsstands, gibt fachliche Verlautbarungen heraus und erreicht mit ihnen Prüfungsgesellschaften jeder Größe — von den großen Häusern bis zur Einzelkanzlei. Das prägt jede Arbeit für ihn: Was er veröffentlicht, wird Orientierung für einen ganzen Beruf, und es muss für die kleine Kanzlei genauso anwendbar sein wie für die große.
Unsere Lösung
Ob ein Angebot angenommen wird, entscheidet nicht seine Funktion. Deshalb war die Frage nicht, was solche Systeme können, sondern wem sie zumutbar sind.
Die Aufgabe
Der Berufsstand steht vor einer Rechnung, die für kleine und große Häuser verschieden ausgeht. Moderne Datenanalyse und KI-gestützte Assistenz in der Prüfung erfordern bei kanzleiinterner Umsetzung erhebliche Investitionen in IT-Ressourcen und Kompetenzen — und zwar mit Fixkostencharakter, den eine kleinere Kanzlei nicht darstellen kann. Die Alternative sind spezialisierte Dienstleister, die den Markt mit cloudbasierten Lösungen versorgen. Deren Geschäftsmodell funktioniert aber nur, wenn genügend Kanzleien mitmachen — und ob sie das tun, hängt nicht an der Funktionalität, sondern an der Akzeptanz. Für den Verband ist das keine technische, sondern eine Frage: Wenn Datenanalyse nur in großen Häusern stattfindet, spaltet sie den Berufsstand. Zu klären ist deshalb, welche Faktoren die Akzeptanz solcher Angebote tatsächlich bestimmen, und welche Geschäftsmodelle daraus entstehen können.
Unser Ansatz
Drei Auswertungsstrategien, weil eine nicht reicht. Der explorative Vergleich zeigt, wo die Gruppen auseinandergehen — Kanzleigröße, Alter, Berufserfahrung. Das Akzeptanzmodell zeigt, welche Faktoren die Bereitschaft tatsächlich treiben, statt nur mit ihr zu korrelieren. Die qualitative Analyse der Freitextantworten zeigt, was die Befragten sagen wollten, wonach niemand gefragt hat. Wer nur das Modell rechnet, bekommt saubere Koeffizienten und verpasst die Begründungen; wer nur auszählt, bekommt Meinungsbilder ohne Ursachen.
Erhoben wurde dort, wo der Berufsstand ohnehin zusammenkommt. Ein Onlinefragebogen an eine bringt Rücklauf von denen, die das Thema schon interessiert. Deshalb liefen zusätzlich Informationsstände am Rande der Fachtagungen — mit dem Effekt, dass auch Prüfer antworten, die aus eigenem Antrieb keinen Fragebogen zur Digitalisierung ausgefüllt hätten. Bei einer Akzeptanzstudie ist genau diese Gruppe die interessante, denn sie entscheidet über die Verbreitung.
Die eigentliche Frage war eine Verteilungsfrage. Datenanalyse in der Prüfung ist für große Häuser eine Investitionsentscheidung und für kleine eine Existenzfrage. Cloudbasierte Angebote sind der einzige Weg, auf dem eine Einzelkanzlei an dieselben Verfahren kommt wie ein Konzernprüfer — vorausgesetzt, es gibt genügend Nachfrage, damit sich das Angebot rechnet. Für einen Verband, der alle Größenklassen vertritt, ist die Akzeptanzfrage deshalb keine Marktforschung, sondern Berufspolitik.
Veröffentlicht in zwei Stufen, und das war Absicht. Zuerst der Fachaufsatz mit den explorativen Ergebnissen, dann die Langfassung mit der vollständigen Auswertung, terminiert auf die Arbeitstagung des Berufsstands. Die erste Stufe erzeugt Aufmerksamkeit und Diskussion, die zweite liefert die Grundlage, auf die man sich später beruft. Eine Studie, die vollständig auf einmal erscheint, wird einmal gelesen.
Aus der Akzeptanz wurden Geschäftsmodelle, nicht Empfehlungen. Der Vergleich cloudbasierter Modelle und die Entwicklung neuer Servicemodelle war der Punkt, an dem die Studie aufhörte, eine Bestandsaufnahme zu sein. Für einen Verband ist der Unterschied wesentlich: Er kann seinen Mitgliedern keine Software verkaufen, aber er kann beschreiben, welche Angebotsformen für welche Kanzleigröße funktionieren — und damit einen Markt ordnen, der ohne diese Beschreibung an den kleinen Häusern vorbeigeht.
Das Ergebnis
Eine Studie in zwei Stufen, mit auswertbaren Datensätzen aus einer Befragung des Berufsstands.
Erhoben worden sind sie über einen umfangreichen Onlinefragebogen und, für die Reichweite entscheidend, an Informationsständen am Rande der Fachtagungen. Ausgewertet worden ist über drei Strategien: erstens explorativ, mit systematischem Vergleich der Gruppen nach Kanzleigröße, Alter und Berufserfahrung; zweitens gegen ein wissenschaftlich etabliertes Technologieakzeptanzmodell, um die Effekte zu isolieren; drittens qualitativ, über eine Inhaltsanalyse der unstrukturiert erhobenen Freitextantworten.
Veröffentlicht worden ist in zwei Schritten: zuerst die explorativen Ergebnisse als Fachaufsatz in der führenden Zeitschrift des Berufsstands, dann die vollständige Auswertung als Langfassung über achtzig Seiten, vorgestellt auf der Arbeitstagung des Berufsstands und den Mitgliedern dauerhaft zugänglich. Darauf aufbauend der Vergleich cloudbasierter Geschäftsmodelle und die Entwicklung neuer Servicemodelle für die Prüfung. Begleitend die Vorstellung der Ergebnisse auf dem Fachtag des Berufsstands und in einem verbandseigenen Webinar.
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