Beratungswissen in ein Softwareprodukt überführen
Die Aufgabe
Das Fachwissen zur Entgeltumwandlung ist im Haus. Der Markt bot nur Berechnungsprogramme, keinen durchgehend unterstützten Beratungsprozess.
KI-generiert Anforderungsgruppen in einer integrierten Anforderungsliste zusammengeführt
Komponenten spezifiziert und begleitet: Beratungsclient und Verwaltungsportal
Kurz zum Kunden
Hersteller von Software für die betriebliche Altersvorsorge. Das Haus bringt das Branchen- und Beratungswissen mit, Konzeption, Architektur und Entwicklung liegen bei Partnern. Vertrieben wird über Versicherungsagenturen als Lizenznehmer.
Unsere Lösung
Fachexperten und Entwickler sprechen nicht dieselbe Sprache. Unsere Aufgabe war, dass am Ende beide dasselbe meinen.
Die Aufgabe
Das Fachwissen ist im Haus. Entgeltumwandlung gilt selbst unter Versicherungsexperten als schwieriges Thema, weil sie Arbeitsrecht, Besteuerung, Lohnabrechnung und Dokumentationspflicht gleichzeitig berührt. Der Markt besteht aus reinen Berechnungsprogrammen, einen durchgehend unterstützten Beratungsprozess bietet keines. Was fehlt, ist der Weg von diesem Wissen zu einem Produkt, das sich bundesweit lizenzieren lässt, und ein Implementierungspartner, der versteht, was fachlich gemeint ist.
Unser Ansatz
Vier Anforderungsgruppen, eine Liste. An dieser Software hängen mehr Interessen als an den üblichen: die Agenturen, die damit beraten, die Arbeitgeber, die das Ergebnis in der Lohnabrechnung abbilden müssen, die Arbeitnehmer als indirekte Nutzer und der Anbieter selbst mit seinem Vertrieb. Wir haben alle vier über Workshops und halbstrukturierte Interviews erhoben, mit Schwerpunkt auf den Abläufen, weil die über Bildschirmmasken und Interaktionspfade entscheiden. Daraus wurden zwei Anforderungslisten, eine je Komponente, und ein Prozessmodell für die softwaregestützte Beratung, das als Referenz für die gesamte weitere Entwicklung diente und in BPMN so notiert war, dass es direkt in Software überführbar blieb.
Eine Architektur, die den Außendienst kennt. Beraten wird beim Arbeitgeber oder beim Arbeitnehmer zu Hause, oft ohne Netz. Die Zielarchitektur bekam deshalb drei Schichten: Präsentation im Client am Notebook, im Web und mobil; Logik mit Steuer-, Renten- und ; Datenhaltung lokal und zentral, mit Abgleich zwischen beiden. Und eine Unterscheidung, die dem Projekt Aufwand erspart hat: Die Rechenkerne der Versicherer lagen nicht in der Hand des Anbieters, sie werden nur als Webservice bereitgestellt. Technisch war deren Einbindung kein Problem, die Hürde war die Freigabe durch den jeweiligen Versicherer. Diese Grenze klar zu benennen verhinderte, Entwicklungsaufwand gegen ein Problem zu werfen, das kaufmännisch zu lösen war.
Qualität lässt man nicht von dem prüfen, der sie erzeugt. Wir haben ein Raster für die Beurteilung von Softwarequalität aufgestellt, technisch nach Architektur und Sicherheit, fachlich danach, ob das Werkzeug sachlich richtig rechnet, die zugehörigen Aufgaben abdeckt und bedienbar genug ist, um die Erfolgsquote in der Beratung tatsächlich zu erhöhen. Dann haben wir die Herstellung begleitet: Teilnahme an den Statustreffen, vermittelnde Dokumente wie und Fragenkataloge, , Mitarbeit an den Tests und hartnäckiges Nachfragen bei stillen Annahmen, welches Vorwissen ein Nutzer hat und auf welcher Plattform er arbeitet. Auch die des Implementierungspartners haben wir fachlich geprüft. Damit lag die Bewertung der Umsetzung nicht bei dem, der sie erstellt hat.
Ein Produkt entsteht nicht mit dem letzten Commit. Für die Zusammenarbeit haben wir eine gemeinsame Quelltextverwaltung auf Git aufgebaut, in der der Implementierungspartner ausschließlich in das zentrale Projektrepository überträgt: Er gibt bewusst nur die Stände weiter, die Weiterentwicklung und Test erlauben, und die Änderungsverläufe bleiben für die Projektsteuerung nachvollziehbar. Dazu kam die Marktseite: ein funktionaler Vergleich der verfügbaren Werkzeuge nach definierten Kriterien, Testdaten und Beratungsszenarien, die Arbeit am Preis- und Geschäftsmodell und die Präsentationspakete für Lizenznehmer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Am Ende stand nicht nur Software, sondern ein Lizenz- und Partnermodell, über das Agenturen das Werkzeug beziehen konnten.
Das Ergebnis
Ein Beratungswerkzeug für den Außendienst und ein Verwaltungsportal im Web.
Beide spezifiziert aus einer integrierten Anforderungsliste über alle Beteiligten, verankert in einer Architektur, die auch ohne arbeitet, und über eine gemeinsame Quelltextverwaltung mit dem Implementierungspartner prüfbar gehalten. Das Produkt ist mit einem Lizenz- und Partnermodell in den Markt gegangen.
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